Zum Hauptinhalt springen

Kamerafrau wegen Tritten gegen Flüchtlinge verurteilt

Rennende Flüchtlinge, ein Mann mit Kind im Arm, eine Journalistin stellt ihm das Bein, er fällt: Das Video aus Ungarn ging um die Welt.

«Hunderte sind auf mich losgestürmt»: Die Kamerafrau verteidigt sich mit der Aussage, sie habe aus Angst gehandelt. (Video:Youtube/gaesca)

Eine ungarische Kamerafrau, die im Sommer 2015 während der Arbeit absichtlich nach davonlaufenden Flüchtlingen trat, hat eine Bewährungsstrafe bekommen. Ein Gericht in der südungarischen Stadt Szeged befand Petra Laszlo für schuldig.

Das Gericht verhängte in seinem Urteil am Donnerstag kein konkretes Strafmass. Laszlo dürfe sich drei Jahre lang nichts zuschulden kommen lassen - ähnlich einer Probezeit, wie das Budapester Internet-Portal «index.hu» berichtet. Das Urteil erster Instanz ist noch nicht rechtskräftig.

Sie habe aus Angst gehandelt

Die Kamerafrau, die für den zur rechtsextremen Jobbik-Partei gehörenden Internet-Fernsehsender N1TV arbeitete, hatte auf dem Höhepunkt des Flüchtlingszustroms nach Europa mit ihrem Verhalten Empörung ausgelöst. Videos von anderen Journalisten zeigten, wie sie einem Flüchtling mit einem Kind im Arm ein Bein stellte, woraufhin dieser samt Kind zu Boden fiel. Ausserdem war zu sehen, wie sie einem kleinen Mädchen gegen das Schienbein trat.

Der Jobbik-Sender kündigte ihr daraufhin. Später entschuldigte sich die heute 41-Jährige, behauptete aber zugleich, nur aus Angst vor den Flüchtlingen so gehandelt zu haben. Diese hatten im Grenzort Röszke bei Szeged eine Absperrung ungarischer Grenzpolizisten durchbrochen. In dem Prozess argumentierte die Kamerafrau ähnlich. Der Richter hielt dies jedoch für unglaubwürdig.

SDA/sep

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch