Zum Hauptinhalt springen

Bis Montag müssen die Fahrenden weg

Die Jenischen im Kanton Bern kommen nicht zur Ruhe: Nachdem sie von Bern nach Biel weiterzogen, wird ihnen nun erneut ein Ultimatum gestellt.

Die Barriere ist zwar zu, aber alle Fahrzeuge der Fahrenden befinden sich auf dem ehemaligen Expo-Gelände.
Die Barriere ist zwar zu, aber alle Fahrzeuge der Fahrenden befinden sich auf dem ehemaligen Expo-Gelände.
Jürg Spori
Die Fahrenden haben die Einzäunung der Brache entfernt und bringen nun Fahrzeug um Fahrzeug aufs Gelände.
Die Fahrenden haben die Einzäunung der Brache entfernt und bringen nun Fahrzeug um Fahrzeug aufs Gelände.
Jürg Spori
Die Schweizer Jenischen wollen auf ihre Situation aufmerksam machen und fordern in der ganzen Schweiz mehr Stellplätze.
Die Schweizer Jenischen wollen auf ihre Situation aufmerksam machen und fordern in der ganzen Schweiz mehr Stellplätze.
Urs Baumann
1 / 36

Die Stadt Biel setzt den Fahrenden auf dem ehemaligen Expogelände in Nidau ein Ultimatum: Bis Montagmittag dürfen sie auf dem Areal bleiben. Diesen Entscheid teilten Behördenvertreter von Biel und Nidau den Jenischen heute mit.

Bis Montagmittag müssten die Fahrenden das Gelände verlassen haben, sagte André Glauser, Chef der Abteilung Öffentliche Sicherheit der Stadt Biel, auf Anfrage der sda. Die Stadt Biel ist Grundeigentümerin des Geländes, auf dem die Jenischen sich aufhalten, nachdem ihr Protestcamp in Bern aufgelöst worden ist.

Für die Fahrenden bedeutet dies, dass sie vorerst einmal «verschnaufen» können und «keine Angst» vor einem Polizeieinsatz haben müssen, wie Mike Gerzner, Vertreter der Fahrenden und Präsident der Bewegung der Schweizer Reisenden, auf Anfrage ausführte.

Er gehe davon aus, dass es am Montag nochmals Verhandlungen mit der Stadt geben werde, fügte Gerzner an. «Man müsste dann schauen, ob wir doch noch länger bleiben können oder ob es einen festen Durchgangsplatz für uns gibt.»

Nach Ablauf der Frist

Was geschieht, wenn die Fahrenden auch nach Ablauf der Frist am Montagmittag auf dem Gelände bleiben, ist noch offen. Ob es in einem solchen Fall zum Beispiel zu einer polizeilichen Räumung komme, sei ein Entscheid auf politischer Ebene, sagte Glauser dazu.

Die ersten Fahrenden waren am Freitagvormittag auf dem ehemaligen Expogelände in Nidau eingetroffen. Kurz darauf liessen die Behörden das Areal abriegeln. Den Jenischen, die bereits auf dem Platz waren, wurde schon zu jenem Zeitpunkt angeboten, bis am Montagmittag zu bleiben. Die Anderen wurden indes gebeten, weiterzuziehen.

Wie die Behördenvertreter mitteilten, hätten sich die Fahrenden aber nicht daran gehalten und sich mit Gewalt Zugang zum Gelände verschafft. Zurzeit sind die Fahrenden mit etwa 60 bis 70 Wagen auf dem Platz präsent.

Protestcamp aufgelöst

Die Jenischen hatten am vergangenen Dienstag auf der Kleinen Allmend in Bern ein Protestcamp eingerichtet. Sie fordern mehr Stand- und Durchgangsplätze in der Schweiz.

Das Lager mit einigen hundert Personen befand sich auf einem Stück Land, das seit Freitag als Parkplatz für die Berner Frühjahrsmesse BEA benötigt wird.Die Stadt Bern liess das Camp deshalb am Donnerstag nach mehrtägigen Verhandlungen räumen.

SDA/jzu

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch