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BP will auslaufendes Öl absaugen

Der Versuch, das ausströmende Öl im Golf von Mexiko mit einer kleinen Stahlkuppel abzufangen wurde fürs Erste gestoppt. Erfolg verspricht man sich nun von einer ganz anderen Methode.

Das aus dem Hauptleck sprudelnde Öl solle durch ein dünnes Rohr abgesaugt und in einen Tanker an der Wasseroberfläche geleitet werden, sagte BP-Sprecher Bryan Ferguson. Die schwierige Operation wird demnach in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) beginnen. Ferngesteuerte Roboter sollen das nur 15 Zentimeter dicke Rohr in 1500 Meter Tiefe direkt am Bohrloch einsetzen.

Einstweilen wurde der Versuch, das Loch mit einer Stahlglocke abzudecken, unterbrochen. Sollte es misslingen, das Absaugrohr zu installieren, will BP den Versuch mit der Stahlglocke wiederaufnehmen.

Ein erster Versuch mit einer grösseren Abdeckung war vergangene Woche gescheitert, weil sich darin Eiskristalle bildeten und das Absaugen des Öls verhinderten. Die neue Glocke ist kleiner, eine Wärmevorrichtung soll Eis zum Schmelzen bringen.

Mehrere Fehler führten zur Katastrophe

Die Kritik an BP wegen der Katastrophe hatte mit den Anhörungen mehrerer ranghoher Firmenvertreter vor dem US-Senat zugenommen. Die Aussagen der BP-Manager verstärkten den Verdacht, dass möglicherweise zahlreiche Warnsignale im Vorfeld des Untergangs der Ölplattform «Deepwater Horizon» übersehen worden waren.

Offensichtlich sei die Katastrophe durch eine «verhängnisvolle Reihe von Ausrüstungs- und operationellen Fehlern» ausgelöst worden, sagte der Vorsitzende des Senatsausschusses für Energie und Handel, Henry Waxman, am Mittwoch.

Die von BP betriebene Bohrinsel war am 20. April im Golf von Mexiko explodiert, dabei kamen elf Arbeiter ums Leben. Zwei Tage später sank die Plattform, seither strömen täglich schätzungsweise 800'000 Liter Öl aus und bedrohen die Küstengebiete mehrerer südlicher US-Bundesstaaten.

SDA/cpm

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