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Chile ruft Nasa zu Hilfe

Bis die in einer Mine verschütteten Bergarbeiter gerettet werden können, vergehen womöglich bis zu vier Monate. Jetzt sollen Raumfahrtexperten ihnen helfen, zu überleben.

Die seit 19 Tagen in einem Bergwerk in Chile verschütteten Kumpel haben Staatschef Sebastián Piñera um rasche Hilfe angefleht. «Wir hoffen, dass ganz Chile sich anstrengen wird, damit wir aus dieser Hölle herauskommen», sagte der Vorarbeiter Luis Urzua in einem Telefonat mit Piñera. Mit der Bohrung des Rettungsschachts, die Experten zufolge bis Weihnachten dauern könnte, soll in den nächsten Tagen begonnen werden.

Urzua beschwor den Staatschef in dem 15-minütigen Gespräch, das vom Fernsehen in Ausschnitten gezeigt wurde: «Herr Präsident, wir sind darauf angewiesen, dass Sie stark sind, dass uns so schnell wie möglich geholfen wird und dass man uns nicht aufgibt.» Den 33 Bergleuten gehe es gut, fügte er mit ruhiger und fester Stimme hinzu.

«Sie werden nicht alleingelassen, und Sie wurden nicht eine Sekunde alleingelassen», versicherte Piñera dem Arbeiter. «Das ganze Land ist bei Ihnen und ich möchte Ihnen versichern, dass Ihre Familien begleitet und unterstützt werden.» Piñera sprach vom Präsidentenpalast aus über Funktelefon mit dem Sprecher der Arbeiter, zu denen ein Kabel in die Tiefe führt.

Tägliche Übungen für die Muskeln

Die Verschütteten wissen weiterhin nicht, dass die für ihre Rettung notwendige Bohrung eines neuen Schachts voraussichtlich drei bis vier Monate dauern wird. Dies sei ihnen noch nicht mitgeteilt worden, sagte Gesundheitsminister Jaime Manalich. Nach vier bis fünf Tagen, in denen die Bergleute vorsichtig wieder mit der Aufnahme von Nährstoffen und Flüssigkeit beginnen, werde eine Stabilisierungsphase beginnen. In dieser Zeit sollten die Verschütteten täglich psychologische Unterstützung und ein Bewegungsprogramm erhalten, um Muskelschwund vorzubeugen. Psychologisch bedeutsam sind zudem die Briefe von Angehörigen, die durch ein dünnes Rohr zu den Bergarbeitern in die Tiefe geschickt werden.

Bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln baten die chilenischen Behörden die US-Raumfahrtbehörde Nasa um Unterstützung. Die Situation der Bergleute sei vergleichbar mit Astronauten, die monatelang in Weltraumstationen ausharrten, daher bauten die Behörden auf die Erfahrung der Nasa, sagte Manalich.

Bohrungen beginnen am Wochenende

Über Tage wurde derweil ein Betonsockel gegossen, in dem die Bohrmaschine verankert werden soll. Die Bohrung des 66 Zentimeter breiten Rettungsschachts solle bis zum Wochenende beginnen, sagte der Ingenieur Andres Sougarret, der die Massnahmen leitet.

Die 33 Bergleute sitzen seit dem 5. August in knapp 700 Metern Tiefe fest. Damals stürzte die kleine Gold- und Kupfermine San José am Rand von Copiapo in der Atacama-Wüste, etwa 850 Kilometer nördlich der Hauptstadt Santiago, ein. Am Montag wurden die Kumpel über ein acht Zentimeter dünnes Rohr erstmals mit Vorräten versorgt. Bis dahin hatten sie sich von winzigen Mengen Thunfisch und Milch ernährt.

AFP/oku

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