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«Nur noch ein schwarzes Gerippe»

Nach dem verheerenden Busunfall in Bayern sind alle 18 Leichen aus dem Unglücksfahrzeug geborgen worden. Politiker drückten ihr Entsetzen aus.

Der Reisebus brannte nach der Kollision mit dem LKW komplett aus. (Video: Tamedia/AP)

Es war ein «schreckliches Bild», das sich den Einsatzkräften heute Morgen auf der A9 bei Münchberg in Bayern bot. «Beim Eintreffen (...) standen der Bus und der Anhänger des LKW bereits in Vollbrand», sagt Andreas Hentschel von der zuständigen Feuerwehr zu «BR24». «Das ist nur noch ein schwarzes Gerippe», sagt eine Polizeisprecherin über den auf der Autobahn 9 bei Münchberg verunglückten Reisebus.

18 Personen sind wohl in den Flammen umgekommen. Hoffnungen, dass sich mehr als 30 der insgesamt 48 Insassen gerettet haben könnten, haben sich mittlerweile zerschlagen. Eine Zeit lang glaubten die Ermittler noch, Businsassen könnten in Panik geflohen sein. Doch mittlerweile haben Sicherheitskräfte alle 18 Leichen aus den Überresten des Busses geborgen. Nun müssen Spezialisten unter anderem des Bundeskriminalamts versuchen, die sterblichen Überreste der Toten zu identifizieren.

Kissen und Matratzen geladen

Nach ersten Erkenntnissen war der Bus kurz nach 7 Uhr bei sich stauendem Verkehr auf einen LKW aufgefahren und in Brand geraten. Das Feuer hat sich offenbar sehr rasch ausgebreitet. «Ich habe den Aufprall gespürt, dann hat der Bus schon gebrannt», sagte einer der Fahrgäste der «Berliner Zeitung».

Wie die Zeitung weiter schreibt, hatte der LKW Kissen und Matratzen geladen – also Material, das rasch in Brand geraten kann. Warum das Fahrzeug Feuer gefangen hat, ist Gegenstand der Ermittlungen.

Warum brannte der Bus so schnell aus? Experten der Polizei untersuchen die Unfallstelle. (3. Juli 2017)
Warum brannte der Bus so schnell aus? Experten der Polizei untersuchen die Unfallstelle. (3. Juli 2017)
Nicolas Armer, Keystone
Die Passagiere waren zwischen 41 und 81 Jahre alt. (3. Juli 2017)
Die Passagiere waren zwischen 41 und 81 Jahre alt. (3. Juli 2017)
Bodo Schackow, Keystone
Der Reisebus war Montagmorgen im Stau auf einen vor ihm fahrenden LKW aufgefahren und danach in Flammen aufgegangen.
Der Reisebus war Montagmorgen im Stau auf einen vor ihm fahrenden LKW aufgefahren und danach in Flammen aufgegangen.
AP, Keystone
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Im Bus befand sich eine Seniorengruppe aus dem Raum Dresden. Wie die «Frankenpost» berichtet, waren die Senioren unterwegs zum Gardasee.

Warum der Busfahrer diesen fatalen Fehler machte, ist zunächst völlig unklar. Gutachter sollen der Polizei bei der Suche nach der Unfallursache helfen. Auch der technische Zustand des Busses soll geprüft werden. Unklar ist auch, wieso der Bus Feuer fing und warum es sich so rasch ausbreiten konnte.

Insgesamt sind 48 Personen an Bord gewesen – 46 Passagiere und zwei Fahrer. 30 Personen wurden in Spitäler eingeliefert, zwei von ihnen schweben in Lebensgefahr. Unter den Toten ist gemäss «BR24» einer der Busfahrer.

Auch in der Politik sorgt das Unglück für Entsetzen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagt, ihre Gedanken seien bei den Angehörigen der Opfer. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wünscht den Verletzten baldige Genesung.

Eine rasche Aufklärung der Unfallursache verspricht Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). «Wir werden als Staatsregierung alles tun, um schnellstmöglich auch die Ursachen aufzuklären», sagt er.

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