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Den Ex-Mann mit dem Küchenmesser angegriffen

Weil sie ihn mit einem Messer schwer verletzte, muss eine 44-jährige Frau im Kanton St. Gallen ihrem Ex-Mann Schadenersatz bezahlen. Die Täterin sagte aus, sie habe jahrelang Angst vor ihm gehabt.

Eine 44-jährige Frau ist vom Kreisgericht St. Gallen zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 10 Monaten verurteilt worden. Sie hatte im Oktober 2007 ihren Ex-Mann mit einem Küchenmesser niedergestochen. Der Mann erhält Schadenersatz und Genugtuung.

Das Kreisgericht St. Gallen verhandelte den Fall am Montag. Die Mutter dreier Kinder war der schweren Körperverletzung angeklagt. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch vom Vorwurf der schweren Körperverletzung und beantragte eine bedingte Geldstrafe.

Am Donnerstag wurde die Frau vom Gericht der versuchten schweren Körperverletzung und der einfachen Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand schuldig gesprochen und zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt. Die Probezeit beträgt zwei Jahre; vom Gericht wurde eine Bewährungshilfe angeordnet.

Therapie fortsetzen

Zudem muss die Frau eine psychotherapeutische Behandlung fortsetzen und ihrem Ex-Mann 3420 Franken Schadenersatz und 5000 Franken Genugtuung sowie die Verfahrenskosten bezahlen. Der Anwalt des Opfers hatte weitaus höhere Summen eingefordert.

Der Tat ging eine jahrzehntelange Vorgeschichte voraus. 1986 lernte die damals 20-Jährige ihren späteren Mann kennen, wurde schwanger und die beiden heirateten 1987. Die Ehe bezeichnete die Frau vor dem Kreisgericht als Horror. Ihr Ex-Mann sei dominant gewesen, habe sie geschlagen und vergewaltigt. 1998 kam es zur Trennung. 2001 wurde die Ehe geschieden. Noch Jahre später habe sie Angst vor ihrem Ex-Mann gehabt, sagte die Frau.

Bei der Tat stark betrunken

Auch in der Tatnacht im Oktober 2007 sei sie wegen Albträumen erwacht. Sie habe viel Alkohol konsumiert und ihren Ex-Mann angerufen. Unter dem Vorwand, die gemeinsame Tochter sei schwer erkrankt, lockte sie ihn zu sich nach Hause.

Die Frau gestand, ihrem Ex-Mann auf einem Parkplatz bei St. Gallen mit einem Küchenmesser in den Bauch gestochen zu haben. Sie habe die dauernde Angst nicht mehr ausgehalten. «Ich wollte ihn auch einmal verletzen, ihm Angst machen», sagte die Angeklagte.

SDA/oku

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