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Den Zimmergenossen mit Cybermobbing in den Selbstmord getrieben

Der Fall hatte heftige Debatten ausgelöst: Dharun Ravi filmte seinen Zimmergenossen beim Treffen mit einem Liebhaber und stellte die Aufnahmen ins Internet. Nun wurde er dafür verurteilt.

Ihm droht die Ausweisung nach Indien: Dharun Ravi steht in New Jersey vor Gericht.
Ihm droht die Ausweisung nach Indien: Dharun Ravi steht in New Jersey vor Gericht.
Reuters

Der verhängnisvolle Film war am 19. September 2010 entstanden. Der heute 20-jährige Dharun Ravi hatte damals aufgenommen, wie sein Zimmergenosse sich mit einem Liebhaber traf und den Film ins Internet gestellt. Drei Tage später beging der 18-jährige homosexuelle Student Selbstmord, indem er in den Hudson River sprang.

Heute wurde Dharun Ravi von einem Geschworenengericht in New Brunswick verurteilt. Die Geschworenen erklärten das Filmen für unzulässig, liessen die Anklage wegen Homosexuellenfeindlichkeit aber fallen.

Der Fall hatte in den USA eine heftige Debatte über Mobbing, die Gefahren des Internets und Diskriminierung von Homosexuellen ausgelöst, wie der «Spiegel online» berichtete. Rhavi sei verurteilt worden für ein «Hate Crime», ein Hassverbrechen, das einiges verändert habe im Bewusstsein der Menschen und teilweise auch in der Gesetzgebung.

Vorfall löst landesweite Debatte aus

Der Vorfall von der staatlichen Rutgers-Universität wurde landesweit debattiert und hatte zur Folge, dass im Bundesstaat New Jersey ein Jahr später ein strenges Anti-Mobbing-Gesetz verabschiedet wurde.

Opfer von Diffamierungen per Handy oder im Internet können ihre Peiniger fortan in der Schule oder direkt bei der Polizei anzeigen. Schulen müssen jeden Fall binnen zehn Tagen prüfen. Darüber hinaus muss das gesamte Personal - vom Rektor bis zum Hausmeister - Anti-Mobbing-Strategien lernen.

Das Strafmass gegen Ravi soll erst später mitgeteilt werden. Möglicherweise muss er mit der Ausweisung nach Indien rechnen.

AFP/fko

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