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Der Papst lässt im «Titanic»-Streit Milde walten

Einen Tag vor der Gerichtsverhandlung gegen das Satiremagazin «Titanic» hat der Vatikan eingelenkt: Er nimmt den Antrag auf eine einstweilige Verfügung zurück. Das Verfahren ist damit beendet.

Der Streit ist beendet: Das Cover mit Papst Benedikt XVI. (links) musste nach der Veröffentlichung unkenntlich gemacht werden (rechts).
Der Streit ist beendet: Das Cover mit Papst Benedikt XVI. (links) musste nach der Veröffentlichung unkenntlich gemacht werden (rechts).

Kurz vor der geplanten Gerichtsverhandlung hat der Vatikan seinen Antrag auf einstweilige Verfügung gegen das Satiremagazin «Titanic» zurückgenommen. Eine entsprechende Erklärung des deutschen Staatssekretariats des Apostolischen Stuhls verbreitete am Donnerstag die Deutsche Bischofskonferenz in Bonn. «Nach eingehenden Beratungen ist der Heilige Stuhl zur Entscheidung gelangt, eine Rücknahme des Antrags auf einstweilige Verfügung gegen den ‹Titanic›-Verlag zu veranlassen», heisst es darin.

Zugleich würden «weitere rechtliche Massnahmen geprüft, um Angriffen auf die Würde des Papstes und der katholischen Kirche wirksam zu begegnen». Damit fällt die für Freitag anbraumte Gerichtsverhandlung aus, wie das Hanseatische Oberlandesgericht Hamburg mitteilte. «Der für den 31. August anberaumte Termin ist aufgehoben worden», hiess es in der Mitteilung. «Damit ist das Verfahren beendet.»

«Titanic»-Mitarbeiter ketten sich an

Der Verlag des Satiremagazins hatte Widerspruch gegen eine Entscheidung des Hamburger Landgerichts eingelegt, die der «Titanic» eine weitere Verbreitung des Titels «Halleluja im Vatikan - Die undichte Stelle ist gefunden» untersagt hatte. Das Magazin hatte Papst Benedikt XVI. mit einem grossen gelben Fleck vorne und einem braunen Fleck hinten auf der Soutane gezeigt.

Einen Tag vor der ursprünglich geplanten Gerichtsverhandlung über den Widerspruch hatten sich der «Welt» (Freitagsausgabe) zufolge am Donnerstag Mitarbeiter und Unterstützer des Satiremagazins aus Protest am Hamburger Michel angekettet. «Wir wollen ein deutliches Zeichen für Demokratie und Pressefreiheit setzen», zitierte die Zeitung den «Titanic»-Chefredakteur Leo Fischer.

AFP/fko

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