Dutzende Tote bei Schiffsunglück vor Burma

Vor der Westküste des südostasiatischen Staates ist eine Fähre untergegangen. Die genaue Opferzahl ist schwierig zu eruieren – viele der Passagiere hatten keine Tickets gekauft.

Die Fähre war von Kyaukphyu nach Sittwe unterwegs: Burmesische Soldaten helfen einem Überlebenden. (14. März 2015)

Die Fähre war von Kyaukphyu nach Sittwe unterwegs: Burmesische Soldaten helfen einem Überlebenden. (14. März 2015)

(Bild: AFP Myanmar News Agency)

Riesige Wellen haben vor der Küste von Burma eine verrostete Doppeldecker-Fähre mit mehr als 200 Menschen an Bord zum Kentern gebracht und Dutzende in den Tod gerissen. Die Helfer haben bisher mindestens 60 Leichen aus dem Wasser geborgen, wie der Chef der Katastrophenhelfer des Roten Kreuzes, Maung Maung Khin, sagte.

Die von der Regierung betriebene Fähre Aung Tagun-3 war am späten Freitagabend in schlechtes Wetter geraten. Nach offiziellen Angaben waren an Bord des Schiffes 214 Menschen.

Passagiere ohne Tickets

Doch könnte die Zahl höher liegen, da wohl viele Passagiere keine Tickets kauften und damit auch nicht auf der Liste erschienen. Ein Überlebender sagte lokalen Medien, dass der Kapitän und Crew-Mitglieder die Passagiere während des Unglücks im Stich liessen. Warum die 20 Jahre alte Fähre aus chinesischer Produktion kenterte, blieb zunächst unklar. «Wir wissen es nicht genau, aber vielleicht war das Schiff trotz des schlechten Wetters überladen», sagte Behördensprecher Win Myaing.

Neben den Passagieren hatte das Schiff auch 129 Tonnen Güter geladen. Laut Win Myaing schwappten grosse Wellen über die Fähre, nachdem sie den Hafen von Taunggok in Richtung Sittwe verlassen hatte. Es habe starken Regen und Wind gegeben. In Burma gibt es immer wieder Schiffs- und Bootsunglücke. Viele Menschen in den Küstengebieten sind angewiesen auf das günstige Fortbewegungsmittel; viele Gegenden in den Flussdeltas sind am besten per Boot zu erreichen, da es keine Strassen gibt.

AFP

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