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Chile hebt Tsunamialarm nach Erdbeben auf

Vor Chiles Nordküste bebte die Erde gewaltig. Mindestens elf Menschen starben. Bis zu vier Meter hohe Wellen trafen auf die Küste.

Rettungskräfte in der Stadt Concon.
Rettungskräfte in der Stadt Concon.
Vladimir Rodas, AFP
Ein zerstörtes Geschäft in der Stadt Concon.
Ein zerstörtes Geschäft in der Stadt Concon.
Vladimir Rodas, AFP
Hasegawa Yohei, Chef der Erdbeben und Tsunami Überwachung des japanischen Wetterdienstes, erklärt die Auswirkungen des Erdbebens vor der chilenischen Küste.
Hasegawa Yohei, Chef der Erdbeben und Tsunami Überwachung des japanischen Wetterdienstes, erklärt die Auswirkungen des Erdbebens vor der chilenischen Küste.
Jiji Press, AFP
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Beim schweren Erdbeben in Chile sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Mehr als eine Million Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Das teilten die Behörden mit. Laut dem Katastrophenschutz des Landes ist der Tsunami-Alarm in der Zwischenzeit aufgehoben worden. «Es gibt derzeit keine Tsunami-Gefahr. Wir müssen zum Alltag zurückkehren, aber wachsam sein», zitierten örtliche Medien Innenminister Jorge Burgos.

Das Hauptbeben ereignete sich 55 Kilometer vor der Küste in Höhe der Stadt Illapel, die rund 280 Kilometer nördlich der Hauptstadt Santiago liegt. Das nationale seismologische Institut in Chile gab die Stärke mit 8,3 an. Die US-Erdbebenwarte USGSberichtete von einer Stärke von 8,4.

Das südamerikanische Land scheint perfekt aus dem schweren Erdbeben von 2010 mit mehr als 500 Toten gelernt zu haben: Strengere Alarmsysteme und Schutzmassnahmen begrenzen offenbar die Zahl der Opfer und das Ausmass der Schäden des jüngsten, starken Bebens. USGS-Geophysikerin Susan Hough sagte, die Massnahmen in Chile seien besser als in vielen anderen Ländern der Welt. «Das macht einen Unterschied.»

Viele Gebäude wurden beschädigt, die Stromversorgung war vielerorts unterbrochen. Grössere Schäden durch entstehende Wellen wurden vorerst aber nicht gemeldet. Dennoch mussten etwa eine Million Menschen an der Küste des südamerikanischen Landes wegen Tsunami-Gefahr ihre Häuser verlassen. Der Schulunterricht fiel fast im ganzen Land aus.

In Santiago löste das Beben in einem Supermarkt Panik aus. (Quelle: Nelson Vidal)

Auf Bildern waren in Panik aus Gebäuden rennende Menschen zu sehen. Der Flughafen der Hauptstadt Santiago wurde teilweise evakuiert. Auf Twitter meldete der Flughafen aber nach wenigen Stunden, dass der Betrieb wieder normal laufe. In Santiago wackelten viele Gebäude.

Vier Meter hohe Wellen

Das Pazifik-Zentrum für Tsunamiwarnungen warnte nach dem Beben vor Wellen von mehr als drei Metern Höhe. Die Bewohner der chilenischen Küstenregionen waren aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Coquimbo wurde Berichten zufolge von vier Meter hohen Wellen getroffen. Der Bürgermeister sagte demnach, Wasser stehe in grossen Teilen der Stadt. Kleinere Tsunami-Wellen wurden aus Valparaiso, Concon und anderen chilenischen Städten gemeldet.

«Die Erschütterungen waren erst leicht und dann immer stärker», sagte Haupstadtbewohnerin Jeannette Matte. In Santiago de Chile leben 6,6 Millionen Menschen. In der nahe gelegenen Hafenstadt Valparaíso verbrachten viele Menschen die Nacht sicherheitshalber unter freiem Himmel.

Der chilenische Innenminister Jorge Burgos sagte: «Es gibt Berichte über Schäden in Illapel.» Er ordnete umfangreiche Evakuierungsmassnahmen in der ganzen Küstenregion an, bis hinauf zur Grenze mit Peru.

Auch für Kalifornien und Hawaii, Französisch-Polynesien und Neuseeland wurden Tsunami-Warnungen herausgegeben.

14 Nachbeben

Nach dem Hauptbeben gab es 14 weitere Beben, das stärkste erreichte eine Stärke von 7,6. Das Beben erschütterte vor allem die Regionen Atacama, Coquimbo, Valparaíso, den Hauptstadtbezirk, Maule, Biobío und La Araucanía.

Den Behörden zufolge ereignete sich der Erdstoss in einer Tiefe von rund 11 Kilometern um 19.54 Uhr Ortszeit. Das Beben war bis in die argentinische Hauptstadt Buenos Aires und in mehreren Provinzen des Landes zu spüren.

Erdbeben sind in Chile keine Seltenheit. Der Erdstoss war der stärkste seit über fünf Jahren. Im Februar 2010 starben in Chile bei Beben der Stärke 8,8 über 520 Menschen.

Stärkstes je gemessenes Erdbeben in Chile

Zu einer Katastrophe war es 1939 gekommen. Nach einem Beben der Stärke 7,8 starben 28'000 Menschen. Auch das stärkste je gemessene Erdbeben geschah in Chile: 1960 registrierten Geologen die Stärke 9,5 - 1655 Menschen starben.

Um den Pazifischen Ozean herum liegt ein Gürtel aus etwa 450 aktiven Vulkanen, der als Pazifischer Feuerring bezeichnet wird. Er ist etwa 40'000 Kilometer lang und wie ein Hufeisen geformt. Hier treffen verschiedene Platten der Erdkruste aufeinander.

Es kommt zu tektonischen Verschiebungen und Verwerfungen, die Vulkanausbrüche, Erdbeben und Tsunamis zur Folge haben - das Land hat darauf mit dem Aufbau eines umfassenden Frühwarn- und Evakuierungssystem reagiert.

sda/AFP/AP/hae

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