Zum Hauptinhalt springen

«Es war wie in einem Kriegsgebiet»

Sein Vater, der Anwalt Martin Wagner, wurde im Januar ermordet. Nun spricht Sohn Julien Wagner.

Der Täter, der 39-jährige Schweizer Martin G., tötete sich gemäss ersten Erkenntnissen von Polizei und Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft danach selbst.
Der Täter, der 39-jährige Schweizer Martin G., tötete sich gemäss ersten Erkenntnissen von Polizei und Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft danach selbst.
Georgios Kefalas, Keystone
Das Motiv sei im privaten Umfeld zu suchen, teilt die Polizei mit.
Das Motiv sei im privaten Umfeld zu suchen, teilt die Polizei mit.
Georgios Kefalas, Keystone
Februar 2010 in Basel: An einer Pressekonferenz wirft Martin Wagner seinen Schatten auf die Projektion mit der Aufschrift «Basler Zeitung». Die «National Zeitung und Basler Nachrichten AG» wurde an den Tessiner Financier Tito Tettamanti und den Basler Medienanwalt Martin Wagner verkauft.
Februar 2010 in Basel: An einer Pressekonferenz wirft Martin Wagner seinen Schatten auf die Projektion mit der Aufschrift «Basler Zeitung». Die «National Zeitung und Basler Nachrichten AG» wurde an den Tessiner Financier Tito Tettamanti und den Basler Medienanwalt Martin Wagner verkauft.
Georgios Kefalas, Keystone
1 / 10

Am 28. Januar 2018 wurde der Basler Jurist Martin Wagner in seiner Villa in Rünenberg getötet. Der 39-jährige Täter – ein Nachbar – hatte den 57-Jährigen erschossen und sich danach selbst gerichtet.

Als die Tat passierte, waren die drei Kinder des Anwalts im Haus. «Es war krass», erzählt Julien Wagner der «Schweizer Illustrierten». «Wie in einem Kriegsgebiet». Durch den Mord an ihrem Vater sind die Geschwister zu Vollwaisen geworden, nachdem im September schon ihre Mutter gestorben war: Mit 46 erlag sie einem Hirntumor.

Älterster Sohn erhält Sorgerecht

Den Umständen entsprechend würde es ihm und seinen Geschwistern heute gut gehen, so Julien Wagner, mit 23 Jahren der älteste Sohn. Es gebe manchmal schlechtere, manchmal bessere Tage. In ihrem einstigen Elternhaus leben die drei nicht mehr, wohnen jedoch wieder zusammen.

Julian Wagner hat das Sorgerecht für seine 9-jährige Schwester Sedona erhalten. Bereits im Erbvertrag sei er von seinem Vater als Sorgeberechtigter vorgesehen gewesen. Diese Verantwortung habe ihm Kraft in der schwierigen Zeit gegeben. «Sie war der Grund, warum ich am Montag nach der Tat überhaupt aus dem Bett kam. Dank ihr habe ich das Gefühl, mein Vater wäre stolz auf mich», wird er im Bericht zitiert. Sein jüngerer Bruder Dennis ist 21 Jahre alt.

Überfordertes Care-Team

Der Nachbar Martin G. hat am Morgen des 28. Januar zuerst eine Öffnung in eine Glasscheibe geschossen. Dann griff er durch die Öffnung, entriegelte die Tür und drang in den Wohnbereich ein. Darauf gab er drei Schüsse auf den Anwalt ab – und traf Kopf und Körper. Dann verliess er das Haus und erschoss sich selbst. Als die Polizei eintraf hatte Martin Wagner noch gelebt.

Die drei Kinder wurden nach der Tat zu Nachbarn gebracht. Das Care-Team sei überfordert gewesen, wie Julien Wagner der «Schweizer Illustrierten» schildert. Ein Hilfssanitäter habe sich schliesslich zu ihnen gesetzt und sichtlich berührt gesagt, dass sie alles getan hätten, um ihren Vater zu retten.

Gekannt hätten die Kinder den Täter Martin G. nur flüchtig. Manchmal habe man sich zugewunken. «Er war einfach ein Nachbar».

(Bearbeitet und übernommen von 20 Minuten)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch