Fäkalien im Bodensee: 171 Personen erkrankt

Wegen Verunreinigung mit Kolibakterien sind seit Donnerstag mehrere Badestellen gesperrt. Jetzt wird unter anderem wegen Körperverletzung ermittelt.

Baden verboten: Bei Friedrichshafen ist der Bodensee mit Kolibakterien verunreinigt. (24. Juli 2019) Bild: Marcus Fey/DPA/Keystone

Baden verboten: Bei Friedrichshafen ist der Bodensee mit Kolibakterien verunreinigt. (24. Juli 2019) Bild: Marcus Fey/DPA/Keystone

Nachdem vergangene Woche verunreinigtes Wasser bei Friedrichshafen in den Bodensee gelangt war, ist die Zahl der Erkrankten auf 171 gestiegen. Sie litten unter Durchfall und Erbrechen. Das Badeverbot, das wegen der Fäkalien an dem Uferabschnitt gilt, wurde bis Freitag verlängert.

«Wir beproben das Wasser engmaschig», sagte am Montag ein Sprecher des Landratsamtes Bodenseekreis. Die bislang jüngste ausgewertete Wasserprobe vom vergangenen Donnerstag habe eine Verunreinigung mit Escherichia coli-Bakterien ergeben, die den Grenzwert um das Zehnfache überschritt. Am Freitag solle entschieden werden, ob der Uferabschnitt für Badende weiter tabu ist.

«Für Vorsatz spricht derzeit nichts»

Auch die Staatsanwaltschaft Ravensburg hat sich inzwischen eingeschaltet. Ermittelt wird nach Angaben der Behörde wegen vorsätzlicher oder fahrlässiger Gewässerverunreinigung und fahrlässiger Körperverletzung. Unter anderem soll geklärt werden, ob die Verschmutzung vorhersehbar war und hätte vermieden werden können. «Für Vorsatz spricht derzeit jedoch nichts», sagte ein Sprecher.

Grund für die Verschmutzung war ein verstopftes Rohr. Daraufhin floss ein Regenrückhaltebecken über und Abwässer ergossen sich konzentriert in einen Bach und von dort in den Bodensee. Die Verstopfung ist seit Mittwochabend behoben. Das Rückhaltebecken gehört nach Worten einer Stadtsprecherin der Stadt Friedrichshafen.

oli/sda

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