Zum Hauptinhalt springen

Fall Boi: 17-jähriger Aargauer gesteht

Der Fall der Anfang Juni tot im Tessin aufgefundenen 17-jährigen Lehrtochter aus dem Kanton Schwyz ist weitgehend geklärt. Das Motiv war äusserst trivial.

Ihre Tötung ist jetzt aufgeklärt worden: Boi Ngoc Nguyen.
Ihre Tötung ist jetzt aufgeklärt worden: Boi Ngoc Nguyen.

Der Fall der Anfang Juni tot im Tessin aufgefundenen 17-jährigen Lehrtochter aus dem Kanton Schwyz ist weitgehend geklärt. Ein 17-jähriger Aargauer, der seit fünf Wochen in Untersuchungshaft sitzt, hat ein Geständnis abgelegt. Der Jugendliche, der in einer virtuellen Welt gelebt habe, habe das Mädchen mit einem Holzscheit erschlagen.

Die beiden hätten sich seit zwei Jahren aus dem Internet gekannt, sagte Urs Winzenried, Chef der Aargauer Kriminalpolizei, am Mittwoch vor den Medien in Aarau. Bei Spaziergang am Tag ihres ersten persönlichen Treffens am 7. August 2009 habe sich der junge Mann spontan entschieden, das Mädchen zu töten.

Sie habe ihn genervt

Der Jugendliche sei vom Mädchen offenbar genervt gewesen, sagte Winzenried zum Motiv. Der geständige Täter habe alleine gehandelt. Gemäss seinen Aussagen habe es keine sexuellen Handlungen gegeben. Winzenried sagte, die Angaben des Jugendlichen seien «glaubhaft und schlüssig». Die leitende Jugendanwältin Theres Furter sagte, der Aargauer sei bisher bei der Jugendanwaltschaft nicht aktenkundig gewesen.

Bereits 2009 im Visier der Polizei

Aufgrund von ausgewerteten Handy-Daten hatte die Polizei den Schweizer bereits 2009 befragt. Er habe bei der Befragung durch die Polizei zugegeben, das Mädchen in den Ferien in Sessa getroffen zu haben, sagte Winzenried.

Nach dem Auffinden der Leiche geriet der Jugendliche erneut in den Fokus der Ermittlungen. Er sei der letzte gewesen, der das Mädchen lebend gesehen habe, sagte Winzenried. Zudem sei der Leichenfundort nur wenige hundert Meter vom Ferienort entfernt.

Boi wurde seit dem August 2009 vermisst

Der Leichnam der Vietnamesin war am 2. Juni in einem Wald beim Tessiner Grenzdorf Sessa von einem Wanderer gefunden worden. Das Mädchen aus dem Kanton Tessin war seit August 2009 als vermisst gemeldet gewesen.

Das Mädchen hatte am Morgen des 7. August 2009 ihr Elternhaus im Kanton Schwyz verlassen. Statt wie angekündigt nach Zürich fuhr sie mit dem Zug ins Tessin. Dort verloren sich zunächst ihre Spuren.

Der Täter steht in seinem Heimatkanton vor Gericht

Die Kantonspolizei Aargau hatte Mitte Juni die Führung der Ermittlungen übernommen. Sie ging Hinweisen nach, wonach die 17- Jährige unter anderem im Internet Kontakt zu Personen aus dem Aargau gepflegt haben soll.

Gemäss Jugendstrafrecht ist der Wohnkanton des mutmasslichen Täters zuständig. Der 17-jährige Schweizer wurde am 23. Juni verhaftet. Er sitzt seither in Untersuchungshaft.

SDA/mt

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch