Flacherdler planen Antarktis-Expedition

Anhänger der Scheibentheorie suchen den Rand der Welt. Was sie finden wollen, ist eine Wand aus Eis.

Endet hier die Welt? Flat Earthers wollen in der Antarktis nach Beweisen für ihre Theorie suchen. (Archivbild) Bild: Getty Images

Endet hier die Welt? Flat Earthers wollen in der Antarktis nach Beweisen für ihre Theorie suchen. (Archivbild) Bild: Getty Images

Die Erde ist gar keine Kugel, glauben die Flacherdler, die sich jährlich zur «Flat Earth International Conference» treffen. Für das kommende Jahr planen sie eine Kreuzfahrt in die Antarktis. Dort erhoffen sie sich, den ultimativen Beweis für die Scheibengestalt des Planeten zu finden.

Der Kontinent im Süden ist nach Ansicht der Flacherdler nur eine Täuschung. In Wahrheit sei er eine Eiswand, die die flache Erde umgibt. Sie hindere die Ozeane daran, herunterzufliessen, glauben sie. In der Mitte der Welt sei die Arktis.

Laut amerikanischen Medien haben sich für die Expedition auch bekannte Youtuber angemeldet. Auf der ganzen Welt werden die Anhänger der Theorie die Reise mitverfolgen können.

Leben in einer Kuppel

Ob die Organisatoren einen Schiffskapitän finden, der an eine Scheibenform der Erde glaubt, ist unklar. Navigationssysteme orientieren sich mithilfe von GPS-Satelliten im Orbit. Nach Ansicht der Flacherdler sind es aber die Regierungen und namentlich die Nasa, die die Bevölkerung anlügen.

«Ich bin ein Mann der Wahrheit, jemand, der es hasst, ignorant zu sein», sagt Robbie Davidson zu «Forbes». Der Gründer der «Flat Earth International Conference» ist davon überzeugt, dass sich die Welt in einer Kuppel befindet. «Sonne, Mond und Sterne sind alle darin.»

Auch eine Erdumrundung zum Beispiel mit dem Flugzeug ist für die Scheibentheoretiker schnell erklärt: Man stelle sich die Flagge der Vereinten Nationen vor, auf deren Kreise man sich rund um das Zentrum bewegen kann.

Nur eine Illusion: Mit der Flagge der Vereinten Nationen erklären die Flacherdler, wie man die Erde umrunden kann. (Archivbild) Bild: Getty Images

Wie viele Menschen tatsächlich an eine flache Gestalt der Erde glauben, ist unklar. Gesellschaften gibt es weltweit, viele von ihnen sind religiös motiviert. So soll etwa die «wissenschaftliche Elite» das Globus-Modell erfunden haben, um die Menschen von Gott fernzuhalten. Das Internet ist voll von Webseiten mit Verschwörungstheorien. Viele sind allerdings satirisch ausgelegt. Auch Journalisten sollen schon auf scherzhafte Inhalte hereingefallen sein.

In den sozialen Medien steigt die Zahl der selbst ernannten Anhänger der Theorie der flachen Erde. «Flat Earth Stationary», die grösste Gruppe auf Facebook, hat 220'000 Fans, die «Flat Earth Society» 193'000. In den USA bekennen sich auch einige Prominente als Scheibentheoretiker.

2017 hat Elon Musk die weltweite Diskussion angeheizt, indem er eine kritische Frage an die Flacherdler richtete: Wieso gibt es keine Flache-Mars-Gesellschaft?

«Wie ein grosses Waschbecken»: Astrophysiker und Moderator Harald Lesch erklärt das Modell der flachen Erde. Video: Terra X Lesch & Co/Youtube

oli

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