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Fussballteam in Höhle eingeschlossen

Im Norden Thailands sucht ein Grossaufgebot an Tauchern nach elf Knaben und ihrem Trainer. Am Wochenende waren sie in eine Höhle abgestiegen – dann kam der Regen.

Rettungskräfte suchen die vermissten Fussball-Junioren. Foto: Keystone
Rettungskräfte suchen die vermissten Fussball-Junioren. Foto: Keystone

Ein Foto zeigt alle Jungs auf dem Velo, sie tragen rote Trikots und sehen sehr vergnügt aus. Das war am vergangenen Samstag. Seither werden die elf Buben einer thailändischen Fussball-Jugendmannschaft samt ihrem Coach vermisst. Man fand ihre Fahrräder, Rucksäcke und Fussballschuhe vor einer Höhle im Distrikt Mae Sai im Grenzgebiet zu Burma und Laos. In diesen Tagen allerdings war das Loch offiziell geschlossen, wegen Überflutungsgefahr. Offenbar hatte das Zutrittsverbot die Gruppe aber nicht gehindert, in das mehrere Kilometer lange Höhlensystem abzusteigen. Und dann kam der Regen.

In dieser Jahreszeit schwellen selbst kleinste Rinnsale zu grossen Sturzbächen an, viele Gebiete werden richtiggehend überflutet. Und so hat das ansteigende Wasser nun auch die hinteren Teile der Tham-Luang-Höhle in der Nähe der Stadt Chang Rai blockiert. Sie liegt im Norden Thailands, in einem Schutzgebiet im Wald, und wird von einem Bach durchzogen.

Das Wasser im Höhleninnern ist durch Regenfälle stark angestiegen, und gestern Nachmittag fehlte noch immer jedes Lebenszeichen der 13- bis 16-jährigen Knaben und ihres 25-jährigen Trainers.

Eine Mutter schlug Alarm

Eine Frau hatte die Behörden alarmiert, als ihr Sohn nicht vom Fussballspiel zurückgekehrt war. Nun sind Elitetaucher des Militärs in die Höhle vorgedrungen. Sie tun ihr Möglichstes, um die Vermissten lebend zu finden.

Die Mutter eines Buben schlug Alarm, vor dem Eingang der Höhle fand man die Fahrräder und Schuhe. Video: Reuters

Ein Kommandeur der Marine, der die Suchaktion leitet, äusserte sich gestern Nachmittag trotz der Schwierigkeiten zuversichtlich: «Ich glaube, sie sind noch am Leben, aber sie sind womöglich erschöpft», zitierte die «Bangkok Post» den Rettungseinsatzleiter Arparkorn Yookongkaew. Er hofft, dass sich die Gruppe in eine der grösseren Kammern, etwa vier Kilometer vom Eingang entfernt, zurückziehen konnte oder noch kann. Es scheint jedoch, dass die Fussballmannschaft bislang zu diesen Teilen des Höhlensysstems noch keinen Zugang hatte, weil das Wasser den Weg versperrt.

Das Rettungsteam tauchte gestern bis zu fünf Meter ab und stiess in einen der Räume vor, fand dort aber zunächst keine Spur von den Knaben und ihrem Trainer. Es ist ein komplizierter Einsatz, weil die Sicht im schlammigen Wasser in der Höhle sehr schlecht ist und starke Strömungen die Suche der 17-köpfigen Spezialeinheit unter Wasser stark behindern.

Beliebtes Touristenziel

Gewöhnlich begleiten Ranger Touristen in die weitläufige Tham-Luang- Höhle. Die spektakulären Stalagmiten und Stalaktiten in ihrem Innern gelten als eine der grossen Attraktionen im Norden Thailands. Ein Vertreter der Parkbehörde sagte, dass es schon häufig vorgekommen sei, dass Besucher in der Höhle durch Fluten überrascht und von der Aussenwelt abgeschnitten worden seien. Alle konnten einige Tage später gerettet werden, sobald das Wasser zurückgegangen war. Auf diesen glücklichen Ausgang hoffen die Retter auch dieses Mal.

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