Gemeinderat lehnt Einbürgerung von Kuhglockengegnerin ab

Rote Köpfe statt roter Pass: Gipf-Oberfrick stellt sich gegen Nancy Holten. Doch die Niederländerin ist sich sicher, dass ihr der Schweizer Pass zusteht.

Auch der Gemeinderat stellt sich gegen sie: Nancy Holten gibt direkt nach dem Nein der Stimmbevölkerung am Freitagabend, 27.11.2015, dem Aargauer Regionalsender Tele M1 ein Interview.

Auch der Gemeinderat stellt sich gegen sie: Nancy Holten gibt direkt nach dem Nein der Stimmbevölkerung am Freitagabend, 27.11.2015, dem Aargauer Regionalsender Tele M1 ein Interview.

(Bild: Archiv/Screenshot)

Nancy Holten, die schweizweit mit ihrem Kampf gegen Kuh- und Kirchenglocken für Aufsehen sorgte, will sich einbürgern lassen. Ein Engagement, das den Bürgern der Gemeinde Gipf-Oberfrick in Anbetracht der Einbürgerung der 41-Jährigen offenbar ein Dorn im Auge war. Besonders mit ihrem Anliegen für eine kuhglockenlose Schweiz stiess die alleinerziehende Mutter wohl viele vor den Kopf. Die Gemeindeversammlung von Gipf-Oberfrick AG lehnte das Gesuch der gebürtigen Niederländerin am 27. November 2015 ab. Beim Gemeinderat, der eine Einbürgerung zuerst befürwortete, reichte sie Beschwerde ein. Doch nun stellt sich auch der Gemeinderat gegen Holten.

Wie die «Aargauer Zeitung» berichtet, hat die 41-Jährige Post vom Departement Volkswirtschaft und Inneres bekommen. Im Protokollauszug des Gemeinderats heisst es, dass die Beschwerde «gestützt auf den Entscheid der Gemeindeversammlung» abzuweisen sei. Der Gemeindeschreiber habe damit lediglich seinen Auftrag wahrgenommen, mehr nicht.

Holten hat zwar Verständnis dafür, dass sich der Gemeinderat hinter den Volksentscheid stellt. Dennoch zeigt sie sich enttäuscht. «Der Gemeinderat hatte meine Einbürgerung ja ursprünglich befürwortet. Sein Sinneswandel überrascht mich doch etwas», sagt sie. Der Entscheid habe sie verunsichert. «Bislang ging ich davon aus, dass die Chancen auf den Schweizer Pass gut stehen», sagt Holten. Sie will nun aber den definitiven Entscheid aus Aarau abwarten. Und sie bleibt optimistisch: «Vom Gefühl her steht mir der Schweizer Pass zu.»

dia

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt