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Geschieden für 500 Millionen Franken

Rekordverdächtige Trennung in Grossbritannien: Der Hedgefondsmanager Chris Hohn muss seiner Ehefrau mehr als 500 Millionen Franken zahlen – und ihre Anwälte könnten noch mehr einfordern.

Bekommt eine saftige Abfindung: Jamie Cooper-Hohn, Ex-Frau von Chris Hohn, in London. (10. Oktober 2014)
Bekommt eine saftige Abfindung: Jamie Cooper-Hohn, Ex-Frau von Chris Hohn, in London. (10. Oktober 2014)
Reuters

Ein Gericht hat der aus den USA stammenden Ex-Frau des britischen Hedgefondsmanagers Chris Hohn umgerechnet 425 Millionen Euro zugesprochen. Dies geht aus dem Urteilsentwurf hervor, der den Anwälten von Jamie Cooper Hohn und ihrem Mann vor dem heute Donnerstag gesprochenen Urteil übergeben worden war.

Soweit bekannt, ist es die höchste Abfindungszahlung, die jemals in Grossbritannien wegen einer Scheidung verhängt wurde. Jamie Cooper-Hohn und ihr Mann hatten sich während des Studiums an der Harvard-Universität kennengelernt, sie waren 15 Jahre lang verheiratet und haben vier Kinder. Beide sind auch für die von ihnen gegründete Wohltätigkeitsorganisation The Children's Investment Fund bekannt, die sich für die Armen in Entwicklungsländern einsetzt. Hohn soll der Stiftung zwischen 2006 und 2011 umgerechnet rund 1,25 Milliarden Euro gespendet haben. Für seine wohltätigen Werke wurde der 48-Jährige in diesem Jahr zum Ritter geschlagen.

Unglaubliches Geschick beim Geldverdienen

Das Vermögen des Paars wird auf mehr als 880 Millionen Euro geschätzt. Hohn hatte seiner Frau ursprünglich ein Viertel angeboten, doch sie argumentierte, ihr Reichtum sei ihnen beiden zu verdanken. Medienberichten zufolge erwägen die Anwälte der 49-Jährigen, in Berufung zu gehen, um eine noch höhere Abfindung zu bekommen.

Chris Hohn stammt aus einfachen Verhältnissen, seine Mutter war Sekretärin, sein Vater Automechaniker. Dem Gericht sagte er, über die Jahre habe er unglaubliches Geschick beim Geldverdienen entwickelt, doch mache Geld allein nicht glücklich.

Der bisherige Rekord bei den Abfindungszahlungen in Grossbritannien lag bei umgerechnet bis zu 275 Millionen Euro, die der inzwischen verstorbene russische Oligarch Boris Beresowski vor drei Jahren seiner Ex-Frau Galina Bescharowa gezahlt haben soll. Möglicherweise wurden aber andere, noch höhere Abfindungen nicht publik gemacht.

Das britische Familienrecht begünstigt bei Scheidungen in der Regel den mittelloseren Partner. Seit einem Grundsatzurteil aus dem Jahr 2000 erhalten Mann und Frau bei einer Scheidung jeweils die Hälfte des Vermögens. Einschränkende Klauseln aus Eheverträgen, die den reicheren Partner schützen sollen, sind rechtlich nicht bindend. Zudem fliessen in die Berechnung mehr Vermögenswerte ein als in vielen anderen Ländern - und das ebenfalls meist zum Vorteil des weniger vermögenden Partners.

AFP/fko

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