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Greenpeace-Aktivisten klopften geheime Botschaften

Trotz Einzelhaft und nur russisch sprechenden Wärtern: Den inhaftierten Greenpeace-Aktivisten gelang es, sich im Gefängnis zu verständigen. Sie brauchten dazu Löffel und einen einfachen, aber aufwendigen Code.

Glücklich über die russische Grenze gelangt: Der Schweizer Aktivist Marco Weber umarmt seine Aktivisten-Kollegin Sini Saarela in Finnland. Nun ist er zurück in der Schweiz.
Glücklich über die russische Grenze gelangt: Der Schweizer Aktivist Marco Weber umarmt seine Aktivisten-Kollegin Sini Saarela in Finnland. Nun ist er zurück in der Schweiz.
Greenpeace.org
Frohe Ankunft in Buenos Aires: Die argentinische Aktivistin Camila Speziale (mitte) flankiert von Greenpeace-Mitgliedern. (28. Dezember 2013)
Frohe Ankunft in Buenos Aires: Die argentinische Aktivistin Camila Speziale (mitte) flankiert von Greenpeace-Mitgliedern. (28. Dezember 2013)
Keystone
Die Küstenwache drohte mit Beschuss auf die Arctic Sunrise: Hier versucht der Schweizer Marco Weber sich Zugang zur Ölplattform zu verschaffen. (18. September 2013)
Die Küstenwache drohte mit Beschuss auf die Arctic Sunrise: Hier versucht der Schweizer Marco Weber sich Zugang zur Ölplattform zu verschaffen. (18. September 2013)
AFP
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Die britische Greenpeace-Aktivistin Alex Harris hat der Tageszeitung «The Guardian» verraten, dass sie und ihre Mithäftlinge im Gefängnis in Murmansk im Geheimen miteinander kommunizierten. «Es gab ein Heizungsrohr, das durchs ganze Gefängnis verlief. Also nahmen wir einen Löffel oder einen Kugelschreiber und klopften auf das Rohr.»

«Einmal Klopfen bedeutete A, zweimal B und dreimal C», erzählt Harris. Ein einfacher Code, den die Aktivisten verwendeten, aber ein aufwendiger. Manchmal habe es zehn Minuten gedauert, etwas zu sagen, und schliesslich habe jemand «Bitte wiederholen» zurückgeklopft.

«Es war fürchterlich»

Die Kommunikation mit den anderen Gefangenen half Harris, die Gefangenschaft zu überstehen. Vorher habe sie nicht gewusst, wo ihre Freunde seien und was vor sich gehe. «Niemand konnte Englisch sprechen, und ich konnte mich mit niemandem verständigen. Ich konnte nicht schlafen, es war fürchterlich», zitiert der «Guardian» Harris.

Trotz der schwierigen Zeit in Untersuchungshaft und der immer noch drohenden Gefängnisstrafe sagt Harris, sie bereue ihren Entschluss nicht, sich der Mission an Bord der Arctic Sunrise angeschlossen zu haben. Auch sei angesichts des strengen Durchgreifens der russischen Behörden gegen die Punkband Pussy Riot niemand auf die Idee gekommen, den Aktivisten könnte ein ähnliches Schicksal drohen. «Ich habe nie einen Vergleich zu Pussy Riot gezogen, weil diese gegen das russische Regime protestierten und wir gegen Ölförderung.»

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