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Heftige Unwetter stürzen Genua ins Chaos

Massive Regenfälle, mitgerissene Autos, reissende Flüsse: Ein Herbststurm hat die norditalienische Hafenstadt voll erwischt. Mindestens eine Person kam dabei ums Leben.

Die Hilfsmannschaften waren im Dauereinsatz: Sturm in Genua. (10. Oktober 2014)
Die Hilfsmannschaften waren im Dauereinsatz: Sturm in Genua. (10. Oktober 2014)
Keystone

Heftige Unwetter haben die norditalienische Hafenstadt Genua ins Chaos gestürzt und mindestens einen Menschen das Leben gekostet. Nach massiven Regenfällen verwandelten sich Flüsse in reissende Fluten. Autos wurden mitgerissen, ein Zug sprang wegen eines Erdrutsches aus den Schienen. Die Hilfsmannschaften waren im Dauereinsatz. Für die Region um die ligurische Stadt gilt inzwischen die höchste Warnstufe.

Ministerpräsident Matteo Renzi liess sich laufend von den Zivilschutzbehörden über die Entwicklungen vor Ort informieren. In einem Ortsteil, das bereits von folgenschweren Überflutungen 2011 heimgesucht worden war, wurden Einsatzkräfte von Bewohnern angegriffen und beschimpft.

Der Bürgermeister von Genua, Marco Doria, setzte sich dagegen zur Wehr, es sei zu spät reagiert worden. Umweltschützer beklagten, viel Geld werde nur für grosse Projekte wie Autobahnen ausgegeben und forderten mehr Mittel für den Schutz der von Bevölkerung und Umwelt.

Bei dem Todesopfer handelt es sich den Erkenntnissen zufolge laut der Nachrichtenagentur Ansa um einen 57-jährigen Krankenpfleger, der wohl beim Betreten des Hauses von den Wassermassen mitgerissen wurde. Die Feuerwehr barg seine Leiche später aus den Fluten, wie die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Einsatzkräfte berichtete.

Die Polizei nahm mehrere Menschen fest, die versuchten, die Notlage auszunutzen und Geschäfte zu plündern. Es habe zahlreiche solcher Versuche gegeben.

Stromausfälle in einigen Bezirken

Einige Stadtbezirke waren zunächst ohne Strom. Schulen und öffentliche Gebäude blieben geschlossen. Teilweise stieg das Wasser in den Strassen auf eine Höhe von bis zu 1,80 Metern.

Die Menschen wurden aufgerufen, ihre Häuser nicht zu verlassen und sich in den oberen Stockwerken in Sicherheit zu bringen. Zahlreiche Gebäude mussten evakuiert, die nahe gelegene Autobahn A 12 teilweise gesperrt werden.

Mit dem Schrecken kamen rund 150 Fahrgäste eines Zuges davon, der laut Ansa in Genua gestartet war und wenig später vermutlich wegen eines Erdrutsches aus den Gleisen sprang, aber nicht umfiel.

Von den Passagieren sei niemand verletzt worden, der Lokomotivführer habe leichte Blessuren davon getragen. Den ersten Erkenntnissen zufolge waren nur die Lokomotive und zwei weitere Wagen des Zuges entleist, der sich auf dem Weg nach Turin befand.

Auch morgen sollen öffentliche Gebäude in der Hafenstadt geschlossen bleiben. Die Rettungskräfte schätzten die Schäden in den betroffenen Bezirken laut Zeitung «La Repubblica» auf mehrere Millionen Euro.

Die Bilder ähnelten denen von 2011. Damals war die Hafenstadt ebenfalls von heftigen Überschwemmungen heimgesucht worden. Es starben sechs Menschen.

SDA/ajk

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