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Hier fällt der Kran auf das WM-Stadion

Eine Gewerkschaft erhebt nach dem tödlichen Kran-Einsturz schwere Vorwürfe gegen die Organisatoren der Fussball-WM in Brasilien. Ein Amateurvideo zeigt, wie es in São Paulo zum Unglück kam.

Ein Amateurvideo hat den tödlichen Unfall auf der Baustelle des WM-Stadions in São Paulo eingefangen. Ein Architekt filmte bei einer Führung auf dem Gelände des Corinthians-Stadions zufällig, wie der Kran umstürzte. Der Kran sollte gerade ein mehr als 400 Tonnen schweres Bauteil des Daches an seinen Platz hieven.

Die Gewerkschaft erhebt derweil schwere Vorwürfe gegen die Organisatoren. Ein Sicherheitsingenieur habe darauf hingewiesen, dass der Untergrund möglicherweise nicht tragfähig sei, erklärte Antonio de Sousa Ramalho, Präsident der Vereinigung der Industriearbeiter in São Paulo. Diese Bedenken seien von seinen Vorgesetzten jedoch abgetan worden.

Die Baufirma Odebrecht, die das Projekt betreut, wies die Vorwürfe zurück. Bei dem Unglück gestern kamen zwei Menschen ums Leben, als ein Baukran auf ein 500 Tonnen schweres Metallgerüst stürzte.

Am Montag wird weitergebaut

Der Zivilschutz erklärte, dass lediglich der Unfallbereich gesperrt werde und an anderen Stellen spätestens am Montag weitergebaut werden könne. Das Arbeitsministerium verfügte jedoch ein Verbot, nach dem die anderen neun Kräne an der Baustelle erst wieder benutzt werden dürften, wenn sichergestellt sei, dass «die Sicherheitsmassnahmen umgesetzt und kein Risiko für Unfälle mehr besteht».

Brasilien steht wegen der Fertigstellung der Spielstätten für die am 12. Juni beginnende WM unter massivem Zeitdruck. Die Fifa hatte dem Land eine Frist bis Dezember gesetzt, um alle zwölf Austragungsstätten der Weltmeisterschaft fertigzustellen. Allerdings sind erst sechs komplett.

Trotz des Unfalls zeigte sich der Präsident des lokalen Organisationskomitees, José Maria Marin, zuversichtlich, dass die Arena in São Paulo rechtzeitig fertig wird. «Ich bin sicher, dass das Stadion für den Beginn der WM fertig sein wird», sagte er brasilianischen Medien.

AP/chk

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