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Hier tanzt eine Wirtschaftsministerin

Russische Medien haben sich auf ein Foto gestürzt, das die georgische Wirtschaftsministerin in sexy Pose zeigt. Das einzige Ziel der Indiskretion ist es, den verhassten Präsidenten Michail Saakaschwili blosszustellen.

Dieses Bild sorgt für Furore: Fünf Frauen tanzen auf einem Tisch, eine davon ist die heutige georgische Wirtschaftsministerin Vera Kobalia (mitte).
Dieses Bild sorgt für Furore: Fünf Frauen tanzen auf einem Tisch, eine davon ist die heutige georgische Wirtschaftsministerin Vera Kobalia (mitte).

Sie ist jung und hat keinerlei Erfahrung in der Politik: Trotzdem ist die 28-jährige Vera Kobalia seit dem 2. Juli 2010 Wirtschaftsministerin von Georgien. Noch keine drei Wochen im Amt und schon steckt die junge Frau knietief in einer unappetitlichen Polit-Affäre. Ein Foto zeigt die hübsche Frau, wie sie mit ihrer Schwester und drei Freundinnen auf dem Tisch tanzt – und dabei viel Bein zeigt.

Das Bild wurde zuerst in einer georgischen Zeitung veröffentlicht. Kurz später haben sich die russischen Medien darauf gestürzt und breit darüber berichtet – dankbar für jede Geschichte, die den georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili in einem schlechten Licht zeigt. Die russischen Journalisten frotzeln, Saakaschwili habe eine Stripperin in sein Kabinett berufen. Es sei der endgültige Beweis, dass der georgische Präsident unfähig sei. Die russische Presse behauptet, das Bild sei in einem Stripclub in Vancouver aufgenommen worden – dafür gibt es allerdings keine Anhaltspunkte. Dennoch titelte die Boulevardzeitung «Komsomolskaya Prawda» gestern: «Von der Stripperin zur Ministerin.»

Foto stamme aus Studentenzeit

Vera Kobalia hat in Kanada studiert und dort 15 Jahre lang gelebt. Zwischenzeitlich hat sie für einen lokalen TV-Sender gearbeitet. Sie soll Saakaschwili während seiner Reise zu den Olympischen Winterspielen in Vancouver im Februar kennengelernt haben.

Kobalia sagt, das Bild sei vor zehn Jahren in den Ferien in Florida entstanden. «Falls dieses alte Foto aus meiner Studentenzeit das Schlimmste ist, was die Opposition über mich findet, dann weiss ich nicht, was daran so verheerend ist», verteidigt sie sich.

Dass solch junge und unerfahrene Personen in das Kabinett von Saakaschwili berufen werden, ist nichts Ungewöhnliches. Saakaschwili selbst war erst 36, als er Präsident Georgiens wurde. Mit dieser Massnahme, so behauptet Saakaschwili, will er der jungen Generation Macht geben, um eine gänzlich neue Nation aufzubauen. «Der Plan ist es, niemand mehr in der Regierung zu haben, der schon in Sowjet-Zeiten gedient hat», so Saakaschwili.

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