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Hinrichtung der Australier steht in Indonesien kurz bevor

Die zwei wegen Heroinschmuggels zum Tode verurteilten Australier wurden in ein Hochsicherheitsgefängnis auf eine indonesischen Insel verlegt. Australiens Premierminister ist empört.

chk
Hinrichtung muss 72 Stunden vorher angekündigt werden: Mit Panzerfahrzeugen werden die zwei Verurteilten zum Flugzeug gefahren. (4. März 2015)
Hinrichtung muss 72 Stunden vorher angekündigt werden: Mit Panzerfahrzeugen werden die zwei Verurteilten zum Flugzeug gefahren. (4. März 2015)
Keystone

Nach Wochen der Hoffnung und des Bangens steht die Hinrichtung der beiden in Indonesien zum Tod verurteilten Australier nun offenbar bevor. Andrew Chan und Myuran Sukumaran wurden am Mittwoch aus dem Gefängnis in Bali abgeholt und auf die Insel Nusakambangan gebracht, wo sich ein Hochsicherheitsgefängnis befindet.

Australiens Premierminister Tony Abbott reagierte zutiefst «empört». Zuvor hatte Canberra mehrfach versucht, die drohenden Hinrichtungen abzuwenden. Zwar setzten die Behörden noch kein Datum für die Hinrichtung der beiden Männer fest, die wegen Heroinschmuggels verurteilt worden waren. Der Transfer auf die Insel legte aber nahe, dass die Exekution durch ein Erschiessungskommando alsbald bevorsteht. Die Verurteilten müssen mindestens 72 Stunden vor ihrer Hinrichtung über den Zeitpunkt informiert werden.

Besuch des Bruders verwehrt

Chan und Sukumaran wurden nach Angaben der örtlichen Justiz am Mittwoch in den frühen Morgenstunden geweckt und kurz darauf aus dem Gefängnis gebracht. Ihnen seien Handschellen angelegt worden und sie seien beide «ruhig» gewesen, sagte ein Justizvertreter. Demnach wollte Michael Chan seinen Bruder Andrew noch einmal sehen, das sei ihm aber verwehrt worden, «weil heute kein Besuchstag ist».

Wie AFP-Reporter vor Ort berichteten, wurden die Männer in zwei gepanzerten Fahrzeugen und eskortiert von der Polizei weggebracht und zunächst nach Cilacap auf der Insel Java geflogen. Von da aus brachte sie ein Boot nach Nusakambangan.

Es wird davon ausgegangen, dass insgesamt zehn wegen Drogendelikten verurteilte Todeskandidaten bei der nächsten Hinrichtung exekutiert werden. Die Behörden machten keine Angaben zu den anderen Häftlingen, allerdings scheiterten jüngst neben den Australiern auch Gefangene unter anderem aus Frankreich, Nigeria und Ghana mit Anträgen auf eine Begnadigung.

«Keine falschen Hoffnungen»

Abbott sagte, Australien sei «schlicht empört» angesichts der drohenden Hinrichtungen. Millionen Landsleute fühlten mit Chan und Sukumaran. Er hoffe noch immer inständig auf einen «Sinneswandel in Indonesien», sagte der Premierminister, fügte sogleich aber hinzu: «Ich möchte niemandem falsche Hoffnungen machen.»

Die Regierung in Australien hatte in den vergangenen Wochen mehrfach versucht, die Hinrichtung von Chan und Sukumaran zu verhindern. Die Männer scheiterten ihrerseits wiederholt mit Anträgen auf Begnadigung. Indonesiens Präsident Joko Widodo ist ein erklärter Befürworter der Todesstrafe für Drogenhändler.

(SDA)

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