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Zwei Tote durch Taifun «Meranti» in Taiwan und Südchina

Stromausfälle, überschwemmte Strassen, eingedrückte Fenster: Mit Windgeschwindigkeiten von über 200 Kilometern pro Stunde fegt der Wirbelsturm Meranti über Südchina.

Untergangsstimmung: Der Taifun tobt. Quelle: Tamedia/Reuters

Ein heftiger Taifun hat in Taiwan und im Südosten Chinas am Donnerstag zwei Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt. Mit schweren Regenfällen und Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 Kilometern pro Stunde ist Taifun «Meranti» über die südchinesische Küste gefegt. Die Behörden liessen die höchste Alarmstufe «Rot» ausrufen. Nach Angaben der taiwanesischen und chinesischen Wetterbehörden handelt es sich bei Meranti um den bisher stärksten Sturm des Jahres.

In der chinesischen Provinz Fujian ist Meranti gar als der schlimmste Wirbelsturm seit Beginn der örtlichen Wetteraufzeichnungen vor 67 Jahren, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. In China besonders betroffen waren die Küstenprovinzen Fujian, Guangdong und Zhejiang.

Zwei Tote

Wie die chinesischen Staatsmedien am Donnerstag berichteten, starb eine Person in der südöstlichen Provinz Fujian. Eine weitere werde vermisst. Starke Winde und Regenfälle hätten dafür gesorgt, dass Fensterscheiben von Hochhäusern zersplittert seien. Bäume seien umgerissen, Wasserleitungen unterbrochen worden. In der Hafenstadt Xiamen richtete der Wirbelsturm «schwere Schäden» am Elektrizitätsnetz an, so dass es zu einem «massiven Stromausfall» kam, wie die Staatsagentur berichtete.

Wie die chinesischen Staatsmedien am Donnerstag berichteten, starb eine Person in der südöstlichen Provinz Fujian. Eine weitere werde vermisst. Starke Winde und Regenfälle hätten dafür gesorgt, dass Fensterscheiben von Hochhäusern zersplittert seien. Bäume seien umgerissen, Wasserleitungen unterbrochen worden. In der Küstenstadt Xiamen kam es den Angaben zufolge zu einem weitreichenden Stromausfall.

200 Stundenkilometer: Die Menschen in Taiwan müssen sich festhalten. (14. September 2016)
200 Stundenkilometer: Die Menschen in Taiwan müssen sich festhalten. (14. September 2016)
Ritchie B. Tongo, Keystone
Das Militär hilf die Leute zu evakuieren. (14. September 2016)
Das Militär hilf die Leute zu evakuieren. (14. September 2016)
STR, AFP
Bäume und Gestrüpp verdecken teils Strasse und Wege. (15. September 2016)
Bäume und Gestrüpp verdecken teils Strasse und Wege. (15. September 2016)
Ritchie B. Tongo/EPA, Keystone
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In Taiwan wurde zuvor ebenfalls eine Person getötet, wie die Nachrichtenagentur CNA berichtete. 44 Menschen seien verletzt worden. In fast einer Million Haushalten fiel der Strom aus, mehr als 700000 Häuser standen ohne Wasser da.

Mehr als 140 Züge mit Zielbahnhöfen im Südosten Chinas wurden gestrichen. Eine 800 Jahre alte Brücke in Fujian fiel dem Taifun zum Opfer, nachdem Wassermassen gegen sie gedrückt hatten, wie ein von staatlichen Medien veröffentlichtes Video zeigte.

Schulen geschlossen

In Küstenstädten wie Xiamen, Fuzhou, Zhangzhou, Quanzhou und Putian waren Schulen und Kindergärten schon seit Mittwoch geschlossen, wie Xinhua berichtete. Die Behörden forderten die Menschen auf, vorsichtshalber nicht vor die Tür zu gehen.

Schiffe wurden in die Häfen zurückgerufen, weil Wellen bis zu zwölf Meter Höhe vor der Küste Taiwans beobachtet worden waren. Der Schiffsverkehr auf acht Verbindungen nach Taiwan wurde eingestellt. Mindestens 175 Flüge wurden in der Provinz Fujian gestrichen.

In der Südprovinz Guangdong wurden Zugverbindungen gestoppt. Mehr als 4000 Arbeiter wurden losgeschickt, um Schienentrassen auf Schäden zu untersuchen, wie die Bahngesellschaft mitteilte. In der Provinz Jiangsu weiter nördlich wurden bis Samstag 144 Züge in die süd- und ostchinesischen Metropolen gestrichen.

«Super-Taifun»

Meranti war wegen seiner hohen Windgeschwindigkeiten von mehr als 300 Kilometern pro Stunde anfangs sogar ein «Super-Taifun», wurde aber zu einem Taifun heruntergestuft. Er hat allerdings immer noch eine Stärke, die katastrophale Auswirkungen befürchten lässt.

Meranti ist stärker als der letzte Taifun Nepartak, bei dem im Juli in Südchina 105 Menschen ums Leben kamen oder vermisst wurden – mehr als bei anderen Wirbelstürmen in den vergangenen fünf Jahren.

Zuvor hatte der Wirbelsturm in Süden Taiwans gewütet und das Leben von Millionen Menschen praktisch lahmgelegt. Hunderttausende Haushalte waren in der Inselrepublik ohne Strom oder Wasser. Das Atomkraftwerk in Hengchun wurde aus Sicherheitsgründen abgeschaltet.

Später herabgestuft

In einer im Internet kursierenden weiteren Aufnahme war ein grosser, mondförmiger Ballon zu sehen, der auf einer Strasse zwischen Autos umhersprang. Der Ballon war offenbar eine Dekoration für das dreitägige Mittherbst- oder Mondfest, das am Donnerstag beginnen sollte und sowohl in Festlandchina als auch in Taiwan zelebriert wird.

Das meteorologische Zentrum Chinas stufte «Meranti» am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) zu einem tropischen Tiefdruckgebiet herab. Es werde erwartet, dass der Sturm auf seinem Weg nach Norden nachlasse, teilte die Behörde mit.

SDA/chk

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