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«Ja, ich hatte eine Beziehung mit Schettino»

Geständnis im Prozess um die havarierte Costa Concordia: Domnica Cemortan bestätigt das Verhältnis mit Francesco Schettino. Zudem sagt die Moldawierin, wie sie ohne Ticket auf das Kreuzfahrtschiff gelangt ist.

Das Verfahren geht wohl in die nächste Runde: Francesco Schettino im Gericht in Grosseto, Italien. (11.Februar 2015)
Das Verfahren geht wohl in die nächste Runde: Francesco Schettino im Gericht in Grosseto, Italien. (11.Februar 2015)
Gregorio Borgia/AP
Will das Urteil nicht akzeptieren: Francesco Schettino am Gericht in Grosseto, Italien. (11. Februar 2015)
Will das Urteil nicht akzeptieren: Francesco Schettino am Gericht in Grosseto, Italien. (11. Februar 2015)
AP Photo/Gregorio Borgia
Der schiffbrüchige Kapitän mit seinem Anwalt Domenico Pepe (rechts).
Der schiffbrüchige Kapitän mit seinem Anwalt Domenico Pepe (rechts).
AFP
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Die Moldawierin Domnica Cemortan hat im Prozess um die Havarie der Costa Concordia zugegeben, ein Verhältnis mit dem Unglückskapitän gehabt zu haben. «Ja, ich hatte eine Beziehung mit Francesco Schettino. Aber nach der Havarie haben wir uns nicht mehr gesehen», sagte sie am Dienstag nach mehrmaligen Nachfragen.

Auf das Schiff sei sie ohne Ticket gelangt. «Wenn du die Geliebte von jemandem bist, fragen sie nicht nach der Fahrkarte», sagte die 26-Jährige im Prozess gegen Schettino im toskanischen Grosseto.

Das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia war im Januar 2012 vor der italienischen Insel Giglio havariert, 32 Menschen starben bei dem Unglück. Schettino muss sich dafür seit Juli als einziger Angeklagter vor Gericht verantworten.

Cemortan soll in der Unglücksnacht bei Schettino auf der Brücke gewesen sein, über die Rolle der Blondine war lange spekuliert worden. Es hiess unter anderem, sie könnte den Kapitän möglicherweise abgelenkt haben. Cemortan stand auf keiner Passagierliste, ihr Gepäck wurde in Schettinos Kabine gefunden.

«Nichts über Annäherung gewusst»

Die junge Frau war am Abend des Unglücks gemeinsam mit dem Kapitän beim Abendessen. «Schettino hat mir nichts über die geplante Annäherung gesagt», betonte sie vor Gericht. «Sie haben mich auf die Brücke eingeladen, um die Insel anzuschauen.»

Dorthin habe sie einer der Mitarbeiter begleitet. «Der Kapitän ging vor uns, dann sind wir am Eingang stehen geblieben, bei der Tür», sagte Cemortan. «Alles schien normal, ich habe nichts gesehen, weil es dunkel war.

Ab einem gewissen Punkt war Stille und dann hat er angefangen, in Fachbegriffen Kommandos zu geben», berichtete sie. Einer der Offiziere habe die Anweisungen nicht verstanden, dann sei es zur Katastrophe gekommen.

Die Staatsanwaltschaft wirft Schettino vor, das Kreuzfahrtschiff aus Leichtsinn zu nah an die Insel gesteuert zu haben. Dem 52-Jährigen werden unter anderem fahrlässige Tötung und Körperverletzung vorgeworfen.

Bitte des Schiffsrestaurant-Manager

Zuvor hatte am Vormittag der Restaurantmanager der «Costa Concordia» vor Gericht ausgesagt. Er selbst habe Schettino darum gebeten, nah an die Insel heranzufahren, betonte er.

Dies habe Schettino daraufhin am 6. Januar - eine Woche vor dem Unglück - angeordnet, sei mit dem Ergebnis jedoch nicht zufrieden gewesen. «Mir erschien es schon nah genug», sagte der Restaurantmanager. Schettino habe jedoch entschieden, das Manöver am 13. Januar zu wiederholen.

SDA/wid

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