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Kapuzinerpriester hat eigenen Neffen missbraucht

Der Kapuziner aus dem Jura, der wegen Kindsmissbrauch in 24 Fällen vor Gericht steht, hat sich 1992 an seinem Neffen vergangen.

Der Kapuzinerpriester hat gestanden, sich an dem Buben vergangen zu haben. Sein Fall ist gravierend: Die Freiburger Justiz verdächtigt ihn, sich während fast 40 Jahren an 24 Knaben vergangen zu haben.

Der heute 68-jährige Kapuziner werde sich vor Gericht verantworten müssen, sagte heute die Freiburger Untersuchungsrichterin Yvonne Gendre vor den Medien. Die Staatsanwaltschaft von Grenoble (F) werde in Kürze die Akten erhalten, sagte Gendre weiter. Die französische Justiz sei zuständig, weil der Kapuziner die nicht verjährten Fälle im Nachbarland begangen habe.

Von acht Fällen auf 22 Fälle

Der Fall des Kapuziners wurde im Januar dieses Jahres bekannt, nachdem die französischen Behörden den jurassischen Generalstaatsanwalt ersucht hatten, den Mönch einzuvernehmen. Der Kapuziner lebte damals im Kanton Jura. Später erklärte das Bistum Lausanne-Genf-Freiburg, der Kapuziner habe zwei Knaben missbraucht.

Gendre führte aus, als sie das Dossier erhalten habe, sei es um acht Knaben gegangen. Nach der Einvernahme des Kapuziners sei die Zahl auf 22 gestiegen. Zwei weitere Verdachtsfälle habe eine nach Bekanntwerden der Pädophiliefälle eingesetzte Kommission des Bistums Lausanne-Genf-Freiburg gemeldet.

1989 vom Orden versetzt

Der Kapuziner soll sich erstmals im Jahr 1958 an einem Knaben vergangen haben. Damals studierte er in einem Walliser Internat. Der letzte Missbrauch soll 1995 in Frankreich begangen worden sein.

Sie habe untersucht, ob sich der Kapuzinerorden der Begünstigung schuldig gemacht habe, sagte Gendre weiter. Dies, als der Orden den Mönch 1989 nach Frankreich versetzte. Die Verjährungsfrist für dieses Delikt betrage aber sieben Jahre, so dass sich die Frage nicht mehr stelle.

Vier weitere Verfahren in Fribourg

Ausser im Fall des Kapuziners eröffnete Untersuchungsrichterin Gendre gegen vier weitere Priester eine Voruntersuchung. Drei Verfahren hat sie eingestellt - zwei davon, weil die Priester unterdessen verstorben sind. In einem Fall bestätigten sich die Verdachtsmomente nicht.

Das vierte Verfahren hat die Freiburger Untersuchungsricherin den Neuenburger Behörden weitergeleitet. Es geht um Vorfälle aus den Jahren 2000 oder 2001. Je nachdem, ob sie als sexuelle Nötigung oder als Ausnützung einer Notlage eingestuft werden, sind die Vorwürfe verjährt.

SDA/oku

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