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Keine Begnadigung für Manson-Family-Mitglied

Mit 19 Jahren war Leslie Van Houten an zwei brutalen Morden von Charles Mansons Bande beteiligt. Nach gut 40 Jahren sollte sie entlassen werden, doch legte ein Gouverneur sein Veto ein.

Muss weiterhin im Gefängnis bleiben: Die ehemalige Manson-Gefolgsfrau Leslie Van Houten bei einer Anhörung in Kalifornien. (14. April 2016)
Muss weiterhin im Gefängnis bleiben: Die ehemalige Manson-Gefolgsfrau Leslie Van Houten bei einer Anhörung in Kalifornien. (14. April 2016)
Nick Ut/AP, Keystone

Eine Ex-Anhängerin der mörderischen Sekte um den Schwerkriminellen Charles Manson muss offenbar trotz der von einer Kommission empfohlenen Entlassung hinter Gitter bleiben. Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown lehnte am Freitag eine Strafaussetzung für Leslie Van Houten nach über 40 Jahren Haft ab. Die 66-Jährige habe ihre «willige Beteiligung an solch schrecklicher Gewalt nicht erklären» können, teilte er zur Begründung mit. Daher sei er zu dem Schluss gekommen, dass Van Houten ein unzumutbares Risiko für die Gesellschaft bleibe.

Im Jahr 1969 hatte sich die damals 19-jährige Van Houten an der brutalen Ermordung des Supermarktkettenbesitzers Leno La Bianca und dessen Frau Rosemary durch Mitglieder der «Manson Family» beteiligt. Die Bande hatte am Tag zuvor die schwangere Schauspielerin Sharon Tate – die Ehefrau von Erfolgsregisseur Roman Polanski – sowie vier weitere Menschen umgebracht. Mit diesen Taten hatte Van Houten nichts zu tun. Wegen Mordes wurde sie zu lebenslanger Haft verurteilt.

Jüngste Anhängerin Mansons

Die grausigen Taten sollten einen von Manson beschworenen Rassenkrieg einläuten, den er in Anlehnung an einen Beatles-Song als «Helter Skelter» bezeichnete. Im Anschluss wollte sich die Gruppe laut Van Houten in die Wüste zurückziehen und in einer Höhle verstecken. Sie war die jüngste Anhängerin Mansons, die sich an den Morden beteiligt hatte. Dessen Sekte hatte sie sich angeschlossen, nachdem sie in die Drogensucht abgeglitten war.

Hinter Gitter absolvierte Van Houten Universitätsabschlüsse und soll sich nach Behördenangaben zum Vorzeigehäftling entwickelt haben. Im April empfahl ein Gremium, Van Houtens lebenslange Haftstrafe zur Bewährung auszusetzen. Das letzte Wort hatte aber Gouverneur Brown, der die vorangegangene Entscheidung mit seinem Veto nun kippte.

Petition gegen Freilassung

Im Juni hatten die für Los Angeles zuständige Bezirksstaatsanwältin Jackie Lacey und Hinterbliebene von Opfern der «Manson Family» eine von 140 000 Unterzeichnern getragene Petition gegen Van Houtons Freilassung eingereicht.

SDA/chi

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