Zum Hauptinhalt springen

Lebenslänglich für den Schakal

Wegen vier Anschlägen auf französischem Boden hat ein Sondergericht in Paris den venezolanischen Terroristen Carlos am Donnerstag zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Der ehemalige Topterrorist Carlos ist zum zweiten Mal zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Pariser Geschworenengericht befand den gebürtigen Venezolaner am Donnerstag für schuldig, für vier Anschläge in Frankreich verantwortlich zu sein.

In dem Terrorprozess ging es um Bombenanschläge auf den Zug Paris–Toulouse am 29. März 1982, auf den Pariser Sitz des arabischen Magazins «Al Watan Al Arabi» am 22. April 1982 sowie einen Doppelanschlag am 31. Dezember 1983 auf den Hochgeschwindigkeitszug Marseille–Paris und den Bahnhof in Marseille.

Dabei waren insgesamt 11 Menschen getötet und rund 150 verletzt worden. Laut Anklage hatte Carlos die Anschläge in Auftrag gegeben, um die Freilassung zweier Komplizen zu erzwingen. Carlos, der auch unter dem Namen «Der Schakal» bekannt ist, hatte jede Beteiligung abgestritten.

Als Märtyrer dargestellt

Der bereits wegen mehrfachen Mordes in Frankreich zu lebenslanger Haft verurteilte Ex-Terrorist hatte sich in einem fünfstündigen Abschlusswort erneut als revolutionärer Märtyrer darzustellen versucht. Zum Ende des sechswöchigen Verfahrens hatte die Staatsanwaltschaft dagegen das Bild eines gewaltbesessenen Mannes ohne Reue oder Mitgefühl für die Opfer gezeichnet.

Das Gericht folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft und schloss eine vorzeitige Entlassung des 62-Jährigen, der mit richtigem Namen Ilich Ramírez Sánchez heisst, für die kommenden 18 Jahre aus. Die im Zusammenhang mit einem der Attentate ebenfalls angeklagte Deutsche Christa Fröhlich wurde freigesprochen.

SDA/kle

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch