Zum Hauptinhalt springen

Lokführer des Güterzuges überfuhr zwei Haltesignale

Beim Zugunglück in Sachsen-Anhalt hat der Fahrer des Güterzuges zwei Haltesignale überfahren. Zu diesem Schluss kommen die Ermittler. Über Funk wurde der Lokführer noch zu einer Notbremsung aufgefordert.

Erste Ergebnisse liegen vor: Der Lokführer des Güterzuges soll zwei Haltesignale überfahren haben.
Erste Ergebnisse liegen vor: Der Lokführer des Güterzuges soll zwei Haltesignale überfahren haben.
Keystone
Einsatzkräfte wollen bis zum Montagmorgen fast alle Wrackteile des völlig zerstörten Nahverkehrszugs abtransportieren.
Einsatzkräfte wollen bis zum Montagmorgen fast alle Wrackteile des völlig zerstörten Nahverkehrszugs abtransportieren.
Keystone
Grosseinsatz mitten in der Nacht: Über 100 Retter arbeiten auf der Unfallstelle.
Grosseinsatz mitten in der Nacht: Über 100 Retter arbeiten auf der Unfallstelle.
AFP
1 / 10

Beim schweren Zugunglück vom Wochenende, bei dem zehn Menschen den Tod fanden, hat der Fahrer des Güterzuges nach Feststellung des Bundesverkehrsministeriums zwei Haltesignale überfahren, bevor er mit einem Personenzug zusammenstiess. Dies gehe aus einem Bericht des Ministeriums an den Verkehrsausschuss des Bundestages hervor, schreibt die «Bild»-Zeitung.

Daraus gehe auch hervor, dass das Unglück am Samstagabend bei Hordorf ohne Schnellbremsung des Harz-Elbe-Expresses (HEX) auf der eingleisigen Strecke wahrscheinlich noch mehr Opfer gefordert hätte.

Befehl zum Nothalt über Funk

Laut «Bild.de» heisst es im Bericht an den Verkehrsausschuss, der Lokführer des Güterzuges habe zwei Signale ignoriert: «Der Güterzug passierte aber sowohl das Einfahrtsvorsignal in der Stellung ‹Halt erwarten› sowie das anschliessende Halt zeigende Hauptsignal B, ohne diese zu beachten, und hat die für die Zugfahrt des HEX 80876 eingestellte Weiche aufgefahren.»

Über Funk habe der Güterzugführer vom Fahrdienstleiter im Stellwerk Hordorf sogar noch einen Nothaltauftrag erhalten. Unklar sei noch, ob er darauf reagierte.

Von 98 auf 66 km/h runtergebremst

Laut Bericht hat die Auswertung des Fahrtenschreibers des Personenzuges ergeben, dass der bei dem Zusammenstoss getötete 35-jährige Triebfahrzeugführer noch eine Schnellbremsung einleitete und den Personenzug von rund 98 Kilometer pro Stunde auf etwa 66 Kilometer beim Zusammenstoss abgebremst habe.

Die Staatsanwaltschaft hat derweil die Ermittlungen gegen den Lokführer des Güterzuges aufgenommen. Es bestehe ein Anfangsverdacht wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und der Gefährdung des Bahnverkehrs.

dapd/pbe

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch