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Mit dem Schneedrachen auf Trümmer-Suche

Der chinesische Forschungseisbrecher Xue Long wird im indischen Ozean losgeschickt, um die verschollene Boeing 777 zu finden. Was seine Trümpfe sind.

Wurde für Millionen zum Forschungsschiff umgebaut: Die Xue Long liegt im Juni 2012 im Hafen von Qingdao vor Anker.
Wurde für Millionen zum Forschungsschiff umgebaut: Die Xue Long liegt im Juni 2012 im Hafen von Qingdao vor Anker.
AFP
Bisher Chinas einziger Eisbrecher: Die Schneedrache während eines Besuchs in Thailand 2011.
Bisher Chinas einziger Eisbrecher: Die Schneedrache während eines Besuchs in Thailand 2011.
Reuters
Blieb während einer Rettungsaktion stecken: Die Xue Long sitzt im Januar 2014 im antarktischen Packeis fest.
Blieb während einer Rettungsaktion stecken: Die Xue Long sitzt im Januar 2014 im antarktischen Packeis fest.
Reuters
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Die Suche nach möglichen Wrackteilen des verschwundenen Flugzeugs in einer abgelegenen Region des Indischen Ozeans ist erneut ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Das teilte die australische Seesicherheitsbehörde (Amsa) mit. Die fünfte Maschine, die dort im Einsatz war, kehrte am Abend vor Einbruch der Dunkelheit um. Der Rückflug zum Stützpunkt Pearce bei Perth an der Westküste dauert mehr als drei Stunden. Insgesamt sei eine Region von 23'000 Quadratkilometern abgesucht worden. Australiens stellvertretender Premierminister Warren Truss will die Suche noch um einen Tag verlängern.

Zuvor hatte China angekündigt, sich in grösserem Rahmen an der Suchaktion beteiligen zu wollen. Demnach befinden sich bereits drei Marineschiffe auf dem Weg in den südlichen Indischen Ozean. Weitere Rettungsschiffe könnten nachgeschickt werden. Zum Einsatz könnte auch bald schon der chinesische Eisbrecher Xue Long, zu Deutsch Schneedrache, kommen.

Die Schneedrache ist Chinas einziger Eisbrecher. Das Schiff war bereits im Januar an einer spektakulären Rettungsaktion im antarktischen Packeis beteiligt gewesen. Damals sass das russische Forschungsschiff Akademik Schokalskij mit 52 Passagieren an Bord während mehrerer Tage im Eis fest. Während der Aktion blieb jedoch die Xue Long selber ebenfalls vorübergehend im Eis stecken.

Umbau für 4,4 Millionen

Bis vor kurzem lag die Xue Long noch im Hafen von Fremantle bei Perth vor Anker. Das Schiff wird vom chinesischen Institut für Polarforschung betrieben und für Versorgungseinsätze zu chinesischen Forschungsstationen eingesetzt. Laut dem Portal Newzeal.com ist die Xue Long der grösste Eisbrecher, der regelmässig in die Antarktis fährt.

Die Schneedrache wurde 1993 von der ukrainischen Werft Kherson Shipyard als arktisches Versorgungsschiff gebaut. China kaufte die Xue Long und baute sie zum Forschungsschiff um. Laut der chinesischen Arktis- und Antarktisverwaltung investierte man 31 Millionen Yuan (4,4 Millionen Franken) in den Umbau. 2007 wurde die Xue Long generalüberholt.

Hangar, Labor, Rechenzentrum

Das Schiff ist 167 Meter lang, 22,6 Meter breit und hat eine Seitenhöhe von 13,5 Metern. Angetrieben wird die Xue Long von einem Dieselmotor mit 17'700 PS. Während des Umbaus erhielt das Schiff eine Reihe von zusätzlichen Aufbauten und Räumlichkeiten. Auf dem Deck wurden eine Landeplattform und ein Hangar für zwei Helikopter errichtet. Verschiedene Sensoren zur Überwachung von Meeresströmungen und Wasserbeschaffenheit wurden angebracht. Für die Meeresbiologen, Chemiker und Physiker baute man eine Reihe von Labors ein. Meteorologen steht ein Rechenzentrum zur Auswertung von Daten zur Verfügung. Schliesslich ist die Xue Long mit 128 Kojen ausgestattet.

Die Schneedrache ist in der Lage, bis zu 1,1 Meter dickes Eis mit einer konstanten Geschwindigkeit von 1,5 Knoten zu durchbrechen. Im Januar 2014 soll das Schiff mit Anlauf sogar eine Vier-Meter-Schicht bewältigt haben.

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