Möwen im Triebwerk: Airbus muss in Maisfeld notlanden

Ein russisches Passagierflugzeug ist nach einer Kollision mit Vögeln bei Moskau in einem Maisfeld gelandet. Dabei sind mindestens 55 Menschen verletzt worden.

Geriet in einen Schwarm Möwen: Ein Airbus A321 der Fluggesellschaft Ural Airlines musste notlanden.

Ein russisches Passagierflugzeug mit mehr als 230 Menschen an Bord ist nach einer Kollision mit Vögeln bei Moskau in einem Maisfeld gelandet. Dabei sind mindestens 55 Menschen verletzt worden.

Das teilten lokale Behörden der Agentur Tass zufolge mit. Die meisten Passagiere konnten ambulant behandelt werden. Mindestens sechs seien im Spital geblieben. In sozialen Medien sprachen viele Betroffene von einem Wunder, dass sie überlebt hätten.

Knapp Katastrophe entkommen

Die Passagiere entkamen am Donnerstag womöglich nur knapp einer Katastrophe. Nach Angaben der Luftfahrtbehörde war ein Schwarm Möwen beim Start in das Triebwerk der Maschine der Ural Airlines geraten. Dies habe zu erheblichen Störungen geführt. Der Fluggesellschaft zufolge waren beide Triebwerke betroffen.

Ein Video eines Passagiers zeigte die Vögel beim Abheben der Maschine. Bei der Notlandung am Flughafen Schukowski vor den Toren Moskaus hätten die Piloten die Motoren abgeschaltet, teilte die Behörde weiter mit. Das Fahrwerk der voll betankten Maschine sei nicht ausgefahren gewesen. Die genauen Umstände werden noch untersucht.

Auf Bildern war zu sehen, dass der Airbus 321 in dem Maisfeld mehr als einen Kilometer von der Landebahn entfernt steht. Die Crew habe die Maschine über kleinere Notrampen evakuiert, hiess es. Videos zeigten, wie sich Menschen an Maispflanzen vorbei vom Flugzeug entfernten. Die Maschine soll erheblich beschädigt sein.

Dank an die Piloten

In sozialen Netzwerken dankten viele Passagiere den beiden Piloten. Sie hätten 226 Menschen das Leben gerettet. «Herzlichen Glückwunsch zu eurem Geburtstag», hiess es in Kommentaren. Die Agentur Ria Nowosti zitierte einen Fluggast mit den Worten: «Ich hielt mein Kreuz fest, jetzt glaube ich definitiv an Gott.»

Bei Tass schilderte eine Mutter den Anruf ihres 14 Jahre alten Sohnes, der nach der Notlandung bei ihr anrief: «Mama, unser Flugzeug ist abgestürzt. Ich lebe.» Der Kreml nannte die Piloten Helden. Sie sollten staatliche Auszeichnungen erhalten. Die Piloten hätten genau das getan, was ihnen beigebracht worden sei, sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft.

Neben den 226 Passagieren befanden sich sieben Besatzungsmitglieder an Bord. Die Maschine sollte von Moskau nach Simferopol auf der Halbinsel Krim fliegen, wo viele Russen Ferien machen. Die Sommerferien enden in gut zwei Wochen. Laut Experten werden Vögel rund um den Schukowski-Flughafen zunehmend zum Problem für die Luftfahrt. Illegale Abfallhalden in der Nähe des Flughafens lockten die Vögel in Scharen an, sagte der Luftsicherheitsexperte Alexander Romanow RIA Nowosti.

AFP

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