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Nach der Bergung drohen Krankheiten

Der erste von drei Rettungskäfigen ist am Unglücksort der verschütteten Mine in Chile eingetroffen. Ärzte warnen vor Krankheiten, die den Bergleuten nach einer Rettung drohen.

Zur Rettungsaktion ist auch Chiles Präsident Sebastian Pinera (in der roten Jacke) angereist.
Zur Rettungsaktion ist auch Chiles Präsident Sebastian Pinera (in der roten Jacke) angereist.
Reuters
1600 Journalisten aus der ganzen Welt sind ins Zeltlager Esperanza angereist, um über die Rettung der verschütteten Bergleute zu berichten. Wer etwas mehr Komfort wünscht, kann für 350 Franken die Nacht in einem Luxuszelt übernachten.
1600 Journalisten aus der ganzen Welt sind ins Zeltlager Esperanza angereist, um über die Rettung der verschütteten Bergleute zu berichten. Wer etwas mehr Komfort wünscht, kann für 350 Franken die Nacht in einem Luxuszelt übernachten.
Reuters
Einer der 33 eingeschlossenen Bergarbeiter.
Einer der 33 eingeschlossenen Bergarbeiter.
Keystone
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An der Mine San José in Chile ist die erste Rettungskapsel eingetroffen, mit der die seit Anfang August verschütteten 33 Bergleute aus rund 700 Metern Tiefe gerettet werden sollen. Der schmale Metallkäfig soll die Männer einzeln ans Tageslicht bringen, sobald der erste Rettungsschacht fertiggestellt ist. Die Regierung geht davon aus, dass die Bohrung die Kumpel Anfang November erreicht, möglicherweise auch früher.

Gemäss Einschätzung von Ärzten drohen Bergleuten nach ihrer Bergung erhebliche gesundheitliche Probleme. Gesundheitsminister Jaime Mañalich sagte am Samstag, vor allem die Sonneneinstrahlung werde den 33 Bergleuten zu schaffen machen. An der Mine traf der erste Rettungskäfig ein, mit dem die Kumpel aus 700 Metern Tiefe gerettet werden sollen.

Augen müssen geschützt werden

Mañalich zufolge kommt es bei der Rettung besonders darauf an, dass die Bergleute nach Wochen unter der Erdoberfläche ihre Augen schützen, andernfalls drohten schwere Schädigungen der Netzhaut. Auch für Infektionskrankheiten seien die Bergleute anfällig, obwohl sie inzwischen geimpft wurden. Nach Angaben der Ärzte seien zudem post-traumatische Belastungsstörungen nicht ausgeschlossen, die mehrere Wochen und Monate andauern könnten, bis sich die Betroffenen wieder an das normale Leben gewöhnt hätten.

Die 33 Bergleute sind seit dem Einsturz der Gold- und Kupfermine am 5. August in dem Bergwerk San José bei Copiapo, etwa 850 Kilometer nördlich der Hauptstadt Santiago, in 700 Metern Tiefe eingeschlossen. Am 22. August sorgte die Meldung weltweit für Schlagzeilen, dass sie noch am Leben sind.

Käfige von der Marine gebaut

Die eingetroffenen Käfige wurden von der chilenischen Marine gebaut. Sie wiegen offiziellen Angaben zufolge jeweils 460 Kilogramm, sind vier Meter lang und haben einen Durchmesser von rund 53 Zentimetern. Zuvor hatten die Behörden andere Masse der Käfige verbreitet. Sind die Bohrungen für den Rettungsschacht abgeschlossen, sollen die Bergleute einer nach dem anderen in den Käfigen hochgezogen werden. Es wird erwartet, dass die Fahrt nach oben mindestens eine Stunde dauert.

Bergbauminister Laurence Golborne geht davon aus, dass die Bergleute Anfang November an die Erdoberfläche geholt werden können. Es gibt jedoch bereits einen detaillierten Plan für die Rettung. Zunächst werden ein technischer und ein medizinischer Experte zu den Eingeschlossenen herabgelassen, um die Rettung zu koordinieren, wie Gesundheitsminister Mañalich am Samstag mitteilte.

Reihenfolge bereits festgelegt

Auch die Reihenfolge steht bereits fest, in der die Männer die Mine verlassen sollen: «Erst die Geschicktesten, dann die Schwächsten, dann die Stärksten», sagte Jorge Diaz, der dem betreuenden Ärzteteam angehört, der Nachrichtenagentur AFP. Da sich das Rettungsprozedere zu Beginn noch einspielen müsse, sei es wichtig, zunächst diejenigen aus der Mine zu bergen, die am schnellsten auf etwaige Probleme reagieren können. Anschliessend müssten die schwächeren und älteren Arbeiter der Mine folgen.

Zur Finanzierung der Rettung fror ein Gericht in der Hauptstadt Santiago das Vermögen der Betreiberfirma der Mine ein. Das Gericht entsprach mit der Entscheidung vom Freitag einer Forderung der Regierung. Das Vermögen der Firma San Esteban beträgt etwa 9,7 Millionen Dollar (ca. 9,7 Millionen Franken). Das Unternehmen ist in Finanzschwierigkeiten und hatte Anfang September bereits eine mögliche Insolvenz prüfen lassen.

AFP/mrs

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