Neue Hoffnung für australische Todeskandidaten in Indonesien

Ein indonesisches Gericht hat die Anhörung von Australiern verschoben, die wegen Drogenschmuggels zum Tode verurteilt wurden. Die australische Regierung versucht die Hinrichtung mit einem Handel zu verhindern.

Noch gibt es Hoffnung: Julian McMahon, der Anwalt der beiden Australier, im Gerichtssaal in Jakarta. (12. März 2015)

Noch gibt es Hoffnung: Julian McMahon, der Anwalt der beiden Australier, im Gerichtssaal in Jakarta. (12. März 2015)

(Bild: AFP)

Die Hinrichtung von zwei in Indonesien zum Tode verurteilten Australiern ist aufgeschoben worden. Ein Gericht verschob eine Anhörung auf kommenden Donnerstag. Der Anwalt von Präsident Joko Widodo hatte keine Vollmacht präsentieren können. Deshalb verschob das zuständige Gericht die Anhörung um eine Woche. Die wegen Heroinschmuggels zum Tode verurteilten Australier Andrew Chan und Myuran Sukumaran klagen, dass Präsident Widodo ihr Gnadengesuch nicht gründlich genug geprüft habe.

Die Hinrichtung der Australier durch Erschiessungskommandos war ursprünglich Ende Februar geplant gewesen. Für die beiden sowie andere zum Tode verurteilte Ausländer setzen sich Regierungschefs, Minister, prominente Unternehmer und Musiker ihrer Länder ein.

Australien will Haft zahlen

So unternahm die australische Regierung einen weiteren Versuch, um die Hinrichtung der beiden noch zu verhindern. Australien bot Indonesien an, die Kosten für eine lebenslange Haftstrafe von Chan und Sukumaran zu übernehmen.

Australien sei bereit, für die Haft zu bezahlen, «falls ein Gefangenenaustausch nicht möglich sein sollte», heisst es in dem Schreiben, das das Aussenministerium in Canberra veröffentlichte.

Angebote abgelehnt

Chan und Sukumaran waren 2006 in Indonesien wegen Heroinschmuggels zum Tod verurteilt worden. Die Regierung in Australien hatte in den vergangenen Wochen mehrfach versucht, die Hinrichtung noch zu verhindern. In der vergangenen Woche hatte Aussenministerin Julie Bishop einen Gefangenenaustausch ins Gespräch gebracht, die indonesische Regierung wies den Vorschlag jedoch zurück.

Auch in dem Antwortschreiben auf Bishops neuesten Brief lehnte Indonesiens Aussenministerin Retno Marsudi einen Austausch erneut ab, auf eine mögliche Kostenübernahme ging sie gar nicht erst ein.

Indonesiens Präsident Joko Widodo, der ein erklärter Befürworter der Todesstrafe für Drogenhändler ist, hat alle Gnadengesuche der beiden Australier zurückgewiesen. Ihre Anwälte haben seine Entscheidung jedoch noch einmal angefochten. Ein Gericht in Jakarta vertagte eine Entscheidung in dem Fall am Donnerstag um eine Woche.

kpn/sda

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