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Ob Genfer Ebola-Patient gesund wird, ist ungewiss

Erschöpft, aber stabil: Die Genfer Behörden haben über den Zustand des kubanischen Ebola-Patienten informiert.

Kümmert sich um seinen Berufskollegen: Jerome Pugin (links), Chefarzt der Intensivstation, mit Bertrand Levrat, Direktor der Genfer Universitätsspitäler, an der Pressekonferenz. (21. November 2014)
Kümmert sich um seinen Berufskollegen: Jerome Pugin (links), Chefarzt der Intensivstation, mit Bertrand Levrat, Direktor der Genfer Universitätsspitäler, an der Pressekonferenz. (21. November 2014)

Der kubanische Arzt, der nach seiner Ebola-Erkrankung in Sierra Leone in die Schweiz gebracht wurde, befindet sich in einem stabilen Zustand. Die Genfer Universitätsspitäler (HUG) begannen mit der Behandlung des 43-Jährigen. Die Heilungschancen sind ungewiss.

Der Kubaner sei erschöpft, befinde sich aber in einem stabilen Zustand, sagte Professor Jérôme Pugin, Chefarzt der Intensivmedizin bei den HUG, am Freitag vor den Medien in Genf. Neben Fieber zeigten sich beim Patienten Probleme bei der Blutgerinnung, der Atmung sowie im Magen-Darm-Trakt, wie Pugin anfügte.

Es sei noch zu früh, eine Prognose über die Heilungschancen abzugeben. In diesem Stadium des hämorrhagischen Fiebers könne alles rasch auf die eine oder andere Seite kippen.

Emotionales Gespräch mit Angehörigen

Einige Stunden nach seiner Ankunft in den HUG habe der Kubaner seine Angehörigen anrufen können. Das sei sehr emotionaler Moment gewesen, sagte Jérôme Pugin.

Der Kubaner wird mit dem experimentellen Medikament ZMapp behandelt, das noch nicht offiziell zugelassen ist. Das von der kalifornischen Firma Mapp Biopharmaceutical entwickelte Medikament kam bereits in anderen Spitälern zum Einsatz.

Mehrere Ebola-Patienten, die mit ZMapp behandelt wurden, überlebten die Krankheit. Die Rolle des Medikaments bei der Heilung ist aber noch unklar.

Die HUG erhielten ZMapp, obwohl die weltweiten Bestände des Medikaments wegen der Ebola-Epidemie in Westafrika äusserst klein sind. Das Spital habe genug davon, um den Patienten zu behandeln, sagte Professor Pugin.

Ins Spital mit Polizeieskorte

Der kubanische Arzt nahm seit Anfang November an einem Hilfseinsatz in Sierra Leone teil. Seit fünf Tagen litt er an Fieber und wurde positiv auf Ebola getestet. Diese Diagnose wurde bei ersten Analysen in Genf bestätigt.

Eine private US-amerikanische Fluggesellschaft hatte den 43-Jährigen von Sierra Leone nach Genf geflogen. Das Flugzeug landete am Donnerstag um 23.30 Uhr in Genf. Der Kubaner trug einen Schutzanzug und eine Maske, konnte das Flugzeug aber aus eigener Kraft verlassen.

Er wurde in einer einzig für solche Fälle bestimmte Ambulanz in die HUG gebracht. Eine Polizeieskorte begleitete das Fahrzeug. Um 00.36 Uhr traf er in den Genfer Universitätsspitälern ein und wurde sofort in ein für Ebola-Behandlungen eingerichtetes Unterdruck-Zimmer gebracht.

Das Personal muss bei der Behandlung äusserst strenge Sicherheitsvorschriften beim An- und Ausziehen der Schutzanzüge befolgen. Das Ausziehen gilt mit 27 Etappen als anspruchsvollste Aufgabe.

Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr, sagte Daniel Koch, Leiter der Abteilung für übertragbare Krankheiten des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Weitere Ebola-Patienten möglich

Die Schweiz hatte sich zur Verfügung gestellt, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, die sich in Westafrika bei Hilfseinsätzen ansteckten, zu behandeln. Das BAG nahm am Dienstag eine entsprechende Anfrage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an.

Nach Angaben des HUG-Generaldirektors Bertrand Levrat werden die Behandlungskosten der WHO abgerechnet. Die Genfer Universitätsspitäler könnten noch mehr Patienten aufnehmen, sagte Levrat. Allerdings nicht mehr als eine Handvoll.

Die Zahl der registrierten Ebola-Fälle in Westafrika stieg auf 15'421, wie die WHO am Mittwoch veröffentlicht hatte. Bisher starben 5420 Patienten. Die WHO rechnet jedoch mit weiteren Infektions- und Todesfällen, die nicht registriert wurden. Am stärksten betroffen sind Guinea, Liberia und Sierra Leone.

SDA/fko

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