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«Pass auf, Roger Federer!»

Zur Eröffnung des 63. Filmfestivals von Cannes bringt „Robin Hood“ viel Hollywood-Glanz an die Côte d’Azur. Und Hauptdarsteller Russell Crowe schickt Roger Federer eine Warnung.

«Pass auf, Roger Federer», sagt «Robin Hood»-Star Russell Crowe in Cannes. «Ridley Scott wird zurückkommen!» Klingt irgendwie gut, was der 45-jährige Australier in Hollywood-Diensten sagt. Aber was er damit meint? Klar, Crowe ist erklärter Federer-Fan und hat beispielsweise das Wimbledon-Finale 2009 vor Ort verfolgt. Und jetzt ist «Robin Hood»-Regisseur Ridley Scott, der aufgrund einer Knieoperation das Bett hüten muss, der grosse Abwesende des 63. Filmfestivals von Cannes. Trotzdem, wie Tennis und Bogenschiessen zusammenpassen, dürfte Crowes Geheimnis bleiben.

Immerhin ist der Hollywoodstar, gefürchtet für seine Temperamentsausbrüche, an der Côte d’Azur guter Dinge und hat sogar seine einstige Passion für die Musik wiederentdeckt. «Nachts trete ich in den Strassen von Cannes als Sänger auf», verrät Crowe. Ähnliches kann man von „Robin Hood“-Costar Cate Blanchett nicht behaupten, dafür glänzt sie mit Schlagfertigkeit. «Ich hätte ja lieber Robin Hood als Maid Marian gespielt», sagt die Australierin, die am 14. Mai ihren 41. Geburtstag feiert. Und das darf man für bare Münze nehmen, hat Blanchett doch für ihre Verkörperung von Bob Dylan in «I’m not there» (2007) sogar eine Oscar-Nomination erhalten.

Zur Eröffnung des 63. Filmfestival von Cannes - erstmals weltweit im Fernsehen und in ausgewählten Kinos (etwa im Pathé Westside in Bern) live übertragen – grüsste ein beträchtliches Staraufgebot vom Roten Teppich. Keine Spur von Glamourmangel, wie es im Vorfeld hiess. So schritten unter anderem Oscarsiegerin Helen Mirren («The Queen»), Ex-Miss-World Aishwarya Rai, Eva Longoria («Desperate Housewifes») und Salma Hayek («Frida») die Treppen zum Festivalpalast hoch. Oscarsieger Cuba Gooding Jr. («Jerry Maguire») schrieb eifrig Autogramme. Und Regisseur Jean-Jacques Annaud («Der Name der Rose») erinnerte sich an die gemeinsamen Werbefilmer-Anfänge mit Regisseur Ridley Scott.

Dennoch wurde die jüngste «Robin Hood»-Adaption in Cannes eher lau aufgenommen. Ob das damit zusammenhängt, dass man Hollywood nicht traut, wenn es sich in europäische Angelegenheiten einmischt? Oder damit, dass die Franzosen im Film als verschlagene Bösewichte dargestellt werden? Russell Crowe: «In ‚Robin Hood’ wird König Richard Löwenherz von einem französischen Koch erschossen. Das war wohl Grund genug», meint er schmunzelnd, «den Film nach Cannes einzuladen».

Im Blitzlichtgewitter sonnte sich am Eröffnungsabend auch die Wettbewerbsjury, darunter der als Präsident amtende Regisseur Tim Burton («Alice in Wonderland»), Schauspielerin Kate Beckinsale («Underworld») und Schauspieler Benicio del Toro («Che»). Doch auch hier fehlte jemand - der iranische Regisseur Jafar Panahi, der anfangs März vom Teheraner Regime ohne Angabe von Gründen verhaftet wurde. Angeblich soll Panahi einen Film über die Unruhen nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl 2009 geplant haben. Leider verpasste es die Wettbewerbsjury in Cannes, ein deutliches Statement zu formulieren. Umso erfreulicher jedoch, dass der französische Aussenminister Bernard Kouchner in die Bresche sprang und forderte, dass Panahi im Namen der Meinungsfreiheit und der kreativen Freiheit sofort freizulassen sei – wahrlich ein moderner Robin Hood.

Hans Jürg Zinsli, Cannes

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