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Pilot stirbt während Flug in Cockpit

Der Pilot einer American-Airlines-Maschine fühlte sich auf dem Flug von Phoenix nach Boston plötzlich unwohl – er verstarb noch in der Luft.

Tod im Cockpit: Nach der Notlandung erwarten mehrere Rettungsfahrzeuge die Maschine der American Airlines. (5. Oktober 2015) (Bild: Twitter/NBCLA)
Tod im Cockpit: Nach der Notlandung erwarten mehrere Rettungsfahrzeuge die Maschine der American Airlines. (5. Oktober 2015) (Bild: Twitter/NBCLA)
Keystone

Tragischer Zwischenfall an Bord einer Maschine der American Airlines: Ein Pilot klagte mitten im Flug über Unwohlsein und verstarb später, wie die Fluggesellschaft mitteilte. Sein Copilot habe das Flugzeug sicher umgeleitet und eine Notlandung ausgeführt.

Flug 550 sei am Sonntagabend um 23:55 von Phoenix Richtung Boston gestartet, sagte Airline-Sprecherin Andrea Huguely. An Bord waren demnach 147 Passagiere und fünf Crewmitglieder. Während des Fluges wurden die Passagiere darüber informiert, dass der Kapitän krank sei.

Der Copilot übernahm daraufhin die Kontrolle, verständigte den Tower des Flughafens von Syracuse im Staat New York und forderte eine Piste für eine Notlandung an. «American 550. Medizinischer Notfall. Kapitän ist flugunfähig», sagte er ruhig.

Airbus A320 erreicht Ziel

Aus dem Mitschnitt des Funkspruchs geht zudem hervor, dass er sich darüber Sorgen machte, ob Rettungssanitäter denn auch rasch an Bord der Maschine gelangen könnten. Der Tower versicherte daraufhin, dass ein Notfallteam an einem Gate bereitstehe.

Nach der Notlandung in Syracuse wurde die Besatzung ausgewechselt. Der Airbus A320 traf schliesslich um 12:30 Uhr in Boston ein.

Details über den Sanitäter-Einsatz und die Erkrankung des Piloten wurden zunächst nicht mitgeteilt. Auch den Zeitpunkt seines Todes wollte American Airlines nicht nennen. «Wir sind unglaublich traurig über den Vorfall, und konzentrieren uns nun darauf, uns um die Angehörigen und Kollegen des Piloten zu kümmern», erklärte der Konzern.

Eine Passagierin von Flug 550, Louise Anderson, berichtete von einer düsteren Stimmung an Bord, nachdem per Durchsage über die Erkrankung des Piloten und die anstehende Notlandung informiert worden sei. Am Flughafen von Syracuse hätten dann Gerüchte über dessen Tod die Runde gemacht, bestätigt worden sei dies erst bei der Ankündigung des Weiterflugs nach Boston. Zugleich lobte Anderson den Umgang der Crew mit der tragischen Situation.

Keine Gefahr für Passagiere

Für die Passagiere von Flug 550 bestand nach Auffassung von Experten während des Fluges zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr, da sowohl Piloten als auch Copiloten die Maschine gleichermassen steuern könnten. Wenn ein Pilot flugunfähig sei, verlasse sich der andere auf automatische Systeme der Maschine und forderte eine medizinische Behandlung bei den Fluglotsen an, sagte der Expilot John Cox.

In den USA müssen sich Piloten von Airlines alle zwölf Monate einem medizinischen Test unterziehen, bei Kapitänen ab 40 Jahren ist diese Untersuchung alle sechs Monate fällig. Dass ein Pilot während des Fluges unpässlich werde, komme selten vor, sagte Steve Wallace, früherer Leiter der Unfallermittlungsabteilung bei der amerikanischen Bundesluftfahrtbehörde. Laut der Behörde starben seit 1994 sieben Piloten von US-Airlines und ein Pilot einer Charter-Maschine während Flügen.

AP/pat/chk

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