Rotes Kreuz prangert Kriegsgräuel mit Schock-Video an

Das IKRK zeigt die Brutalität des Krieges und drängt zur Einhaltung der Genfer Konventionen. Sogar der Krieg habe Regeln – und die seien einzuhalten.

«Sieg mit allen Mitteln»: Ein eindrückliches Video des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz. (31. Oktober 2016) Video: Youtube/IKRK

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) macht mit einem eindrücklichen Video auf die Wichtigkeit des humanitären Völkerrechts aufmerksam. Dieser Teil des Völkerrechts definiert die Regeln, die während bewaffneter Konflikte gelten – wie zum Beispiel die Angriffsverbote auf Zivilisten sowie auf Sanitätseinrichtungen wie Lazarette und Krankenhäuser. Das IKRK habe es mit einem Video noch nie so auf den Punkt gebracht, urteilt «Tribune de Genève».

Das IKRK hat zusätzlich eine Website eingerichtet, auf der das Hilfswerk über das humanitäre Völkerrecht aufklärt. Darauf finden sich kurze Einführungen und Erläuterungen des IKRK, warum die Einhaltung dieser Regeln so wichtig ist.

«Sieg mit allen Mitteln ist kein Sieg»

Das 60-sekündige Video startet optimistisch. «Es beginnt mit einem Traum», erscheint auf dem Schirm. Schlagworte aus typischen Reden von Politikern werden eingespielt: «Für ein stärkeres und sichereres Volk. Für Wohlstand und Frieden.» Dann lässt sich bereits etwas mehr Aggressivität in den Stimmen erkennen: «Für das Recht, uns zu verteidigen (...). Denn wenn wir angegriffen werden, schlagen wir zurück.»

Und schon fallen die ersten Bomben: «Wir werden nicht zögern.» Verletzte Zivilisten werden gezeigt: «Wir werden nicht versagen!» Ein bewusstloser Mann auf einer Bare: «Wir werden Feuer mit Feuer bekämpfen!»

Dann ertönt leise die Stimme aus den Nachrichten: «Hunderte Zivilisten wurden getötet, die meisten von ihnen Kinder.» Dazu Bilder von Blut und Elend: «Wir werden gewinnen, mit allen erforderlichen Mitteln!»

Das Video verblasst ins Weisse: «Sieg mit allen Mitteln ist gar kein Sieg. Sogar der Krieg hat Regeln. Wenn wir sie ignorieren, verlieren wir alle.»

Krieg wird brutaler

Das IKRK schlägt seit geraumer Zeit Alarm, dass Kriege zunehmend inhumaner geführt werden und Zivilisten des Öfteren zu Zielen werden. Es sei auch ein «gefährlicher Trend», dass weltweit Spitäler und Kliniken in Konfliktzonen verwandelt würden, sagte IKRK-Präsident Peter Maurer im März der «Washington Post».

mch

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