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Rotes Kreuz rechnet mit 1000 Opfern auf den Philippinen

Im Süden der Philippinen sind durch Sturzfluten nach dem Tropensturm Washi über 650 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben des Roten Kreuzes gelten mindestens noch über 800 Personen als vermisst.

«Washi» brachte den Tod: Soldaten bringen zahlreiche Särge ins Krisengebiet. (20. Dezember 2011)
«Washi» brachte den Tod: Soldaten bringen zahlreiche Särge ins Krisengebiet. (20. Dezember 2011)
Keystone
Mit vereinten Kräften: Die Küstenwache hilft einem Mann in Iligan, das Flutwasser zu durchqueren. (18. Dezember 2011)
Mit vereinten Kräften: Die Küstenwache hilft einem Mann in Iligan, das Flutwasser zu durchqueren. (18. Dezember 2011)
Keystone
Werden gerettet: Überlebende in einem Gummibot in Cagayan de Oro. (17. Dezember 2011)
Werden gerettet: Überlebende in einem Gummibot in Cagayan de Oro. (17. Dezember 2011)
Keystone
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Nach verheerenden Überschwemmungen auf den Philippinen suchen die Bergungskräfte fieberhaft nach Überlebenden. Bis Sonntag stieg die Zahl der Todesopfer nach Angaben des Roten Kreuzes auf mehr als 650 an, über 800 Menschen wurden noch vermisst.

Der Tropensturm Washi war in der Nacht zum Samstag über die Insel Mindanao hinweggefegt und hatte Sturzfluten ausgelöst, die ganze Dörfer weggeschwemmten. Innerhalb weniger Minuten zerstörten meterhohe Wasser- und Schlammlawinen Häuser, Brücken und Strassen. Das Rote Kreuz erwartet, dass die Anzahl Todesopfer bis auf 1000 ansteigt.

Bevölkerung nahm Warnung nicht ernst

Die Überschwemmungen überraschten die meisten Opfer im Schlaf. Viele Bewohner hatten vorausgegangene Sturmwarnungen nicht ernstgenommen, weil die meisten Tropenstürme in der Region die Hauptinsel Luzon treffen, während Mindanao bislang meist verschont blieb.

Das Fernsehen zeigte, wie Katastrophenhelfer Überlebende aus brusthohen Wassermassen retteten. 35'000 Menschen wurden vorerst in Rettungszentren untergebracht.

Bitterarmes Mindanao getroffen

Am schwersten betroffen waren Cagayan de Oro und Iligan, die wichtigsten Hafenstädte im Norden der bitterarmen Insel. Eine Bewohnerin von Iligan berichtete, wie sie von ihrem Hausdach aus gemeinsam mit ihren Kindern die Zerstörung der umliegenden Häuser mitansehen musste. «Alle Häuser hinter unserem wurden zerstört», sagte sie. Viele Nachbarn würden vermisst.

Der Bürgermeister der 100'000-Einwohner-Stadt, Lawrence Cruz, sprach von der schlimmsten Flut in der Geschichte der Stadt. Die Regierung mobilisierte 20'000 Soldaten zur Katastrophenhilfe. Sie wühlten sich am Sonntag auf der Suche nach Überlebenden durch meterhohe Schutt- und Schlammberge.

Nach Berichten eines örtlichen Journalisten stapelten sich vor den Leichenhallen von Cagayan de Oro die Toten. Die Mitarbeiter seien überfordert, zudem hätten sie keine Särge zum Bestatten der Leichen mehr, berichtete er. Da die meisten Opfer ertrunken seien, würden sie rasch verwesen. In einem Leichenschauhaus weigerten sich die Mitarbeiter, die Leichen von zwei Kindern anzunehmen.

Trinkwasser wird knapp

Angesichts des akuten Mangels an Trinkwasser liess die Verwaltung der Hafenstadt zahlreiche Hydranten öffnen. Vor ihnen bildeten sich rasch lange Warteschlangen. Die Regierung begann mit der Lieferung von Matten, Decken und Kleidern in die betroffenen Gebiete.

Die USA erklärten sich bereit, die Regierung in Manila bei den Rettungs- und Wiederaufbauarbeiten zu unterstützen. Nach Einschätzung des philippinischen Krisenstabs sind etwa 100'000 Menschen von den Zerstörungen durch den Tropensturm betroffen.

Nach Angaben der philippinischen Wetterbehörde zog der Sturm am Samstag in westlicher Richtung weiter und streifte die Küste der Nachbarinsel Negros, wo laut Katastrophenschutz mindestens 18 Menschen in den Sturzfluten starben. In der Nacht zum Sonntag traf Washi auf die Insel Palawan, bevor er in Richtung Westen aufs offene Meer weiterzog.

Mindanao zählt zu den ärmsten Regionen der Philippinen. Jahrzehntelange Aufstände muslimischer Rebellen behindern dort das wirtschaftliche Wachstum und die soziale Entwicklung. Die Generalsekretärin des philippinischen Roten Kreuzes, Gwendolyn Pang, zeigte sich jedoch von der Widerstandskraft der Einwohner beeindruckt.

sda/dapd/AFP/wid/miw

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