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Säure-Angriff auf Genfer Top-Banker: Ein Opfer erzählt

Anschlagserie auf den Bankenplatz Genf: Acht Personen haben am Montag ein Päckchen mit ätzender Säure erhalten. Drei Personen wurden verletzt, darunter ein Kind. Über das Motiv wird gerätselt.

Es war eine feige Falle: Die blauen Dosen mit der Flüssigkeit – es handelt sich wohl um eine Art Schwefelsäure – wurden nicht an die Arbeitsplätze, sondern an die Privatadressen geschickt. Am schwersten hat es dann auch ein Kind getroffen, das Verätzungen am Kopf erlitt. Die beiden anderen Personen wurden an den Händen verletzt. Eine davon ist die Gattin eines Bankers. «Als ich das Paket öffnete, hat es nicht speziell gerochen. Doch die Säure war stark. Sie hinterliess kleine Löcher in Jacke und Jeans. Meine Hand fing an zu brennen, und ich habe sie dann reflexartig unter das kalte Wasser gehalten», so die Frau gegenüber der Zeitung «Le Matin». Angst habe sie deswegen jetzt aber nicht, sie werde auch weiterhin alle Briefe öffnen.

Empfänger der gefährlichen Post waren Privatbanker und andere Personen aus der Welt der Finanzen. Es seien aber alles bekannte Persönlichkeiten, sagt Opfer-Anwalt Michel Halperin der Genfer Tageszeitung «Tribune de Genève». Halperin vermutet als Motiv Rache gegen eine Bank oder den Finanzplatz im Allgemeinen. Er deutet eine mögliche Verbindung zwischen diesem Vorfall und der Wirtschaftskrise an. Halperin will auch nicht ausschliessen, dass hinter den Attentaten eine psychisch kranke Person steckt.

Polizei tappt im Dunkeln

Bisher hat sich zur Tat niemand bekannt, es gab auch keine Drohschreiben. Die Pakete dürften allerdings nicht aus Genf geschickt worden sein. Sie wurden über das Briefzentrum Eclépens im Kanton Waadt versendet.

In den betroffenen Banken – es sind sowohl Privat- wie Grossbanken – ist man nervös. Über mögliche Sicherheitsmassnahmen schweigt man sich allerdings aus. Wie die «Tribune de Genève» aber weiss, wurden in einigen Instituten E-Mails an alle Mitarbeiter geschickt, in welchen dazu aufgefordert wird, vorsichtig zu sein.

Die Polizei tappt noch im Dunkeln. Bisher wurde niemand verhaftet. Die Täterschaft ging sehr professionell vor. So wurden beispielsweise Schablonen verwendet, um die Handschrift unkenntlich zu machen.

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