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Schwiegersohn in Milliardärinnen-Mord verwickelt

Der Schwiegersohn der erschossenen Monegassin Hélène Pastor hat seine Beteiligung an dem Fall gestanden. Laut den Ermittlern soll der polnische Honorarkonsul den Mord in Auftrag gegeben haben.

Das Fürstentum Monaco, der zweitkleinste Staat der Erde, ist ein Ort, wo sich die Schönen und Reichen gerne aufhalten. Ein spektakulärer Kriminalfall erschüttert nun die Idylle: Das Attentat auf Hélène Pastor, eine der reichsten Frauen der Welt.
Das Fürstentum Monaco, der zweitkleinste Staat der Erde, ist ein Ort, wo sich die Schönen und Reichen gerne aufhalten. Ein spektakulärer Kriminalfall erschüttert nun die Idylle: Das Attentat auf Hélène Pastor, eine der reichsten Frauen der Welt.
AFP
Beim Anschlag in Nizza kam der Chauffeur von Hélène Pastor ums Leben. Sie selber erlitt sehr schwere Verletzungen. Der Täter, der möglicherweise aus dem Mafiamilieu stammt, hatte mit einem Jagdgewehr auf seine Opfer geschossen.
Beim Anschlag in Nizza kam der Chauffeur von Hélène Pastor ums Leben. Sie selber erlitt sehr schwere Verletzungen. Der Täter, der möglicherweise aus dem Mafiamilieu stammt, hatte mit einem Jagdgewehr auf seine Opfer geschossen.
Keystone
Ein Statussymbol der Reichen sind die riesigen Yachten.
Ein Statussymbol der Reichen sind die riesigen Yachten.
Reuters
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Der Mord an der monegassischen Milliardärin Hélène Pastor ist offenbar aufgeklärt. Der Schwiegersohn der Immobilienmogulin habe bei Verhören gestanden, den Mord in Auftrag gegeben zu haben, sagte Staatsanwalt Brice Robin in Marseille. Gegen den 64-jährige Wojciech Janowski und sechs weitere Verdächtige - unter ihnen der mutmassliche Organisator der Tat und der Todesschütze - wurden formelle Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Janowski, der langjährige Lebenspartner von Hélène Pastors Tochter Sylvia, habe zugegeben, seinem Sportlehrer Pascal Dauriac 200'000 Euro in bar für die Organisation der Tat gegeben zu haben, sagte Robin. Der Geschäftsmann und langjährige polnische Honorarkonsul in Monaco habe es vermutlich auf das Vermögen der 77-Jährigen abgesehen: Er sei wohl ihm um «das Erbe von Sylvia Pastor» gegangen, sagte Robin.

Schütze und Komplize entkamen

Der mutmassliche Todesschütze, ein 24-Jähriger aus Marseille, habe jede Aussage verweigert, sagte Robin. Sein mutmasslicher Komplize bei der Tat habe dagegen alles gestanden. Die Polizei war den beiden polizeibekannten Männern in mühevoller Kleinarbeit auf die Spur gekommen. Sie konnte durch die Auswertung von Überwachungsvideos, DNA-Spuren in einem Hotel in Nizza und die Überprüfung ihrer Handys zeigen, dass beide Männer am Tatort waren. Ermittlungsverfahren wurden zudem gegen drei mutmassliche Helfer eingeleitet. Der Vorwurf lautet auf Bildung einer kriminellen Vereinigung, um einen Mord zu verüben.

Hélène Pastor war am 6. Mai nach einem Besuch bei ihrem Sohn in einem Krankenhaus in Nizza in ihrem Auto niedergeschossen worden und später ihren schweren Verletzungen erlegen. Auch ihr Fahrer wurde getötet. Der Schütze und sein Komplize entkamen zunächst unerkannt.

Grosse Geldbewegungen

Die Familie Pastor hat im Immobiliengeschäft in Monaco, wo Wohnraum sehr teuer ist, ein Vermögen angehäuft. Die Tat rief über die Grenzen Monacos hinaus Entsetzen hervor. Zu Wochenbeginn gab die Staatsanwaltschaft in dem Fall 23 Festnahmen bekannt. In Polizeigewahrsam genommen wurde auch Sylvia Pastor, sie wurde aber bald wieder freigelassen.

Staatsanwalt Robin betonte erneut, es bestehe keinerlei Verdacht gegen sie. Sie fühle sich von Janowski, mit dem sie eine Tochter hat, «betrogen», sagte Staatsanwalt Robin. «Sie hat ihre Mutter verloren, ihr Lebensgefährte scheint der Auftraggeber zu sein, das ist psychologisch mehr als schwierig.»

Die Ermittlungen der Polizei zeigten grosse Geldbewegungen auf Janowski Konto. Er soll in weniger als einem Jahr 8,4 Millionen Euro von Sylvia Pastor bekommen und wieder ausgegeben haben. In den Tagen vor der Tat hob er von einem Konto in Dubai 250'000 Euro in bar ab.

sda/AFP/ajk

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