Täter von Frankfurt ging bereits in Zürich mit Messer auf Nachbarin los

Ein Mann hat in Frankfurt einen 8-Jährigen vor den Zug gestossen. Auch in der Schweiz suchte ihn die Polizei.

Kind stirbt in Frankfurt, nachdem es vor einen fahrenden ICE gestossen wurde. Video: AP

Nach ersten Ermittlungen handelt es sich bei dem mutmasslichen Täter, der am Frankfurter Bahnhof einen 8-Jährigen und zwei weitere Personen vom Perron vor einen einfahrenden ICE-Zug stiess, um einen 40-Jährigen mit eritreischer Staatsbürgerschaft, der seine Opfer nicht kannte.

Der Präsident der Deutschen Bundespolizei, Dieter Romann, informierte am Dienstagnachmittag, dass der 1979 in Eritrea geborene Mann 2006 illegal in die Schweiz einreiste und 2008 Asyl erhielt. Er verfügt über eine Niederlassungsbewilligung der Kategorie C und galt als gut integriert. In Publikationen wurde seine Integration sogar als beispielhaft genannt.

Der 40-Jährige fiel jedoch am letzten Donnerstag 25. Juli auf, als er seine Nachbarin mit einem Messer bedrohte. Anschliessend würgte er sie und sperrte sie in ihrem Haus ein. Seither ist er in der Schweiz national zur Verhaftung ausgeschrieben.

Warum er nach Deutschland gereist sei, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Niesen. Der Tatverdächtige habe lediglich angegeben, vor einigen Tagen mit dem Zug von Basel nach Frankfurt gereist zu sein.

Polizisten und Feuerwehrleute spannen eine weisse Plane als Sichtschutz vor den ICE. (29. Juli 2019) Foto: Andreas Arnold/Keystone

Bislang habe der Tatverdächtige sich nicht zu dem Fall geäussert, sagte eine Sprecherin der Ermittlungsbehörde. Er wird laut Staatsanwaltschaft am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt. «Der Tatvorwurf lautet Mord und zweifacher Mordversuch. Im Falle einer Verurteilung hat er mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe zu rechnen», so Niesen.

Im Laufe weiterer Ermittlungen werde der mutmassliche Täter «sicherlich psychiatrisch begutachtet», sagte die Staatsanwaltschaft. «Die Tat spricht dafür, dass man an eine psychiatrische Erkrankung denkt», so Niesen. Der Mann stand zum Zeitpunkt der Tat nicht unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. «Ein Atemtest vor Ort ergab einen Wert von null Promille.»

Gleise am Frankfurter Hauptbahnhof wurde gesperrt. (29. Juli 2019) Foto: Keystone

Am Montag ist im Frankfurter Hauptbahnhof ein achtjähriger Knabe von einem Mann vor einen einfahrenden ICE gestossen und getötet worden. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen.

Der Mann soll zuerst die Mutter des Jungen ins Gleisbett gestossen haben, sagte die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt, Nadja Niesen. Die 40-Jährige habe sich auf einen Fussweg zwischen zwei Gleisen gerettet.

Nachdem er den Jungen schubste, versuchte der Tatverdächtige eine weitere Frau vor den Zug zu stossen. Die 78-jährige konnte sich in Sicherheit bringen, ohne in die Gleise zu stürzen. Sie erlitt eine Schulterverletzung und einen Schock. Die Mutter des Achtjährigen wurde in ein Spital gebracht und notfallmedizinisch versorgt.

Der Tatverdächtige flüchtete zunächst, wurde aber von Passanten und einem Polizisten in Zivil verfolgt. Später wurde er von der Polizei ausserhalb des Bahnhofs festgenommen. Am Hauptbahnhof sei es zu einem «massiven Polizeieinsatz» gekommen, berichtete die Sprecherin.

red/afp/sda

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