Zum Hauptinhalt springen

Tausende fliehen vor Isaac – Milliardenschäden befürchtet

Isaac hat sich zwar vom Hurrikan wieder zum Tropensturm entwickelt. Doch die Lage im Süden der USA ist immer noch angespannt. Etwa eine Million Menschen ist ohne Strom, Zehntausende sind auf der Flucht.

Lassen ihr Zuhause zurück: Eine Familie flüchtet per Boot aus ihrer Heimatstadt in Louisiana. (30. August 2012)
Lassen ihr Zuhause zurück: Eine Familie flüchtet per Boot aus ihrer Heimatstadt in Louisiana. (30. August 2012)
AFP
Flucht in letzter Minute: Eine Frau packt ihre Habseligkeiten ins Auto. (30. August 2012)
Flucht in letzter Minute: Eine Frau packt ihre Habseligkeiten ins Auto. (30. August 2012)
AFP
Auch hier haben die Wellen eine beachtliche Stärke erreicht: Enriquillo in der Dominikanischen Republik. (24. August 2012)
Auch hier haben die Wellen eine beachtliche Stärke erreicht: Enriquillo in der Dominikanischen Republik. (24. August 2012)
AFP
1 / 28

Schwächer, aber dennoch lebensbedrohlich: Tropensturm Isaac hält auf seinem Kriechkurs den Süden der USA weiter in Atem. An der Südküste trieb er Zehntausende Menschen in die Flucht und richtete grosse Schäden an.

Allein in der Gemeinde St. John Parish westlich von New Orleans brachte die Nationalgarde rund 3000 Einwohner in Sicherheit, wie der TV-Sender CNN heute Donnerstag berichtete.

Mit Windböen von rund 85 Kilometern pro Stunde habe der Sturm den Pontchartrain-Salzwassersee über die Ufer treten lassen und die Gegend überflutet. Mancherorts stand das Wasser fast zwei Meter hoch, wie es hiess. Der Sturm forderte inzwischen auch ein erstes Todesopfer. Der Fahrer eines Abschleppwagens sei in Mississippi bei Aufräumarbeiten von einem umstürzenden Baum erschlagen worden, berichtete CNN unter Berufung auf offizielle Stellen.

Auf Versicherungen warten saftige Rechnungen

Etwa eine Million Menschen waren nach Medienberichten ohne Stromversorgung, die meisten davon im besonders stark betroffenen Louisiana. US-Präsident Barack Obama erklärte den Bundesstaat und das benachbarte Mississippi zu Katastrophengebieten. Damit können rasch zusätzliche Bundeshilfen in die gebeutelten Regionen fliessen.

Nach Einschätzung von Experten hat Isaac bisher Schäden in Milliardenhöhe hinterlassen. Alleine die Versicherungsbranche werde für die Zerstörungen an Land mit bis zu 1,5 Milliarden Dollar (rund 1,4 Milliarden Franken) geradestehen müssen, wie der Versicherungsdienstleister Eqecat in Oakland mitteilte.

Die Dämme in New Orleans blieben dicht

Damit war der Sturm aber weitaus weniger zerstörerisch als der Hurrikan Katrina, der vor genau sieben Jahren an der US-Golfküste gewütet hatte. Damals waren 1800 Menschen ums Leben gekommen.

Im Gebiet von New Orleans stellte Hochwasser von mehr als drei Metern die Flutwälle auf die Probe, die nach Katrina ausgebaut wurden. Es wurden aber keine grösseren Probleme aus der Jazzmetropole gemeldet. Das System funktioniere wie es solle, hiess es in einer Mitteilung des zuständigen Ingenieurkorps der Armee.

In New Orleans habe es jedoch ein Dutzend Plünderungen und einige Festnahmen gegeben, teilte die Polizei mit. Stadtpräsident Mitch Landrieu hatte für die Nacht zum Donnerstag eine Ausgangssperre verfügt, um derartige Vorfälle zu verhindern.

Die Gefahr ist noch nicht gebannt

Isaac hatte sich am Mittwoch vom Hurrikan zum Tropensturm abgeschwächt. «Er ist aber weiter lebensgefährlich», warnte das Hurrikanzentrum in Miami. Das grösste Risiko gehe von den Sturmfluten aus.

Der Sturm entpuppte sich auch deshalb als so gefährlich, weil er sich nur sehr langsam fortbewegte – zuletzt mit etwa sieben Kilometern in der Stunde – und dadurch lange über einzelnen Regionen verharrt. Louisiana, Mississippi und Alabama mussten daher teilweise mit bis zu 36-stündigen Unwettern rechnen.

Isaac sollte laut Hurrikanzentrum bis Donnerstag über Louisiana hinwegziehen und am Freitagmorgen den Süden des Bundesstaates Arkansas erreichen.

AFP/mw/fko

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch