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U-Boot sucht nach MH 370

Die Suchmannschaften im Indischen Ozean haben die Hoffnung aufgegeben, das verschollene Flugzeug mithilfe der Blackbox zu finden. Sie setzen nun auf das Mini-U-Boot Bluefin-21.

Der ursprüngliche Perimeter war am 28. April abgesucht, das Suchgebiet wird ausgeweitet: Evan Tanner (r. unten) von der australischen Marine und Chris Minor von der Firma Phoenix International bei Vorbereitungen am U-Boot Artemis. (17. April 2014)
Der ursprüngliche Perimeter war am 28. April abgesucht, das Suchgebiet wird ausgeweitet: Evan Tanner (r. unten) von der australischen Marine und Chris Minor von der Firma Phoenix International bei Vorbereitungen am U-Boot Artemis. (17. April 2014)
Australian Defense Force, Bradley Darvill, Keystone
Die Daten werden nach jedem Auftauchen ausgewertet: Das Unterwasser-Gefährt Bluefin-21 wird an Bord des Schiffes Ocean Shield geholt. (17. April 2014)
Die Daten werden nach jedem Auftauchen ausgewertet: Das Unterwasser-Gefährt Bluefin-21 wird an Bord des Schiffes Ocean Shield geholt. (17. April 2014)
Behörden, Reuters
Das australische Schiff Ocean Shield wird an der Navy-Basis HMAS Stirling fit gemacht für den Sondereinsatz. (30. März 2014)
Das australische Schiff Ocean Shield wird an der Navy-Basis HMAS Stirling fit gemacht für den Sondereinsatz. (30. März 2014)
Keystone
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Ein unbemanntes U-Boot sucht seit heute den Meeresboden in 4500 Meter Tiefe nach dem Wrack des vermissten malaysischen Passagierflugzeugs ab. Für die Suchmannschaften ist es die möglicherweise letzte Option, die Maschine doch noch zu finden. In den vergangenen sechs Tagen seien keine möglichen Blackbox-Signale mehr empfangen worden und auch an der Wasseroberfläche werde die Suche bald eingestellt, teilte Einsatzleiter Angus Houston am Montag in Perth mit.

Die «Bluefin 21» soll in der unwirtlichen und - wie Houston sagte - «der Menschheit unbekannten» Tiefsee in diesem abgelegen Teil des Indischen Ozeans eine Sonarkarte des Meeresbodens erstellen. Er betonte, dass das «ein langer und quälender Prozess» sei, der möglicherweise nicht von Erfolg gekrönt sein werde. «Aber es ist unsere beste Spur, und die müssen wir energisch verfolgen.»

Seit sechs Tagen kein Signal

Nach sechs Tagen ohne Signal muss die Einsatzleitung davon ausgehen, dass die Batterien des Senders der Blackbox, die Energie für rund einen Monat haben, vermutlich aufgebraucht sind. Allerdings herrscht nicht einmal Klarheit darüber, dass die zuvor empfangenen vier Signale auch tatsächlich von dem Flugschreiber stammen. Australiens Premierminister Tony Abbott hatte sich darüber vergangene Woche noch «sehr zuversichtlich» gezeigt.

Die Suchteams hatten gehofft, durch weitere Signale den vermeintlichen Standort der Blackbox noch genauer zu lokalisieren, bevor das U-Boot eingesetzt wird. Denn dieses braucht sechsmal länger als ein Ortungsgerät an der Wasseroberfläche, um die gleiche Fläche abzugrasen. Beide Geräte können zudem nicht gleichzeitig eingesetzt werden, es kann also nicht parallel danach gelauscht werden, ob nicht vielleicht doch noch Blackbox-Signale zu hören sind.

Einsatz dauert 24 Stunden

Jeder Einsatz des U-Boots dauert 24 Stunden: zwei Stunden, um zum Meeresboden abzutauchen, 16 Stunden für die Suche, zwei Stunden, um aufzutauchen und vier Stunden, um die Daten auszuwerten, wie Houston erklärte. Bei der ersten Mission, die heute Abend (Ortszeit) begann, sollte per Sonar ein 40 Quadratkilometer grosses Stück des Meeresbodens abgetastet werden.

Erschwert wurde dieses Vorhaben auch dadurch, dass auf dem Grund möglicherweise Dutzende Meter dicker Schlick liegen, in denen mögliche Trümmerteile versunken sein könnten. Sollten tatsächlich Trümmer gefunden werden, müssten sie mit Hilfe anderer Fahrzeuge geborgen werden.

Suche an der Oberfläche wird eingestellt

An der Wasseroberfläche ging die Suche am Montag noch weiter. Zwölf Flugzeuge und 15 Schiffe durchkämmten ein Gebiet von mehr als 47'600 Quadratkilometern und entdeckten unter anderem eine Ölspur, die offenbar von keinem der Schiffe stammte. Eine Probe wurde zur Analyse nach Australien geschickt. Doch Houston sagte, innerhalb der nächsten zwei bis drei Tage solle die Suche eingestellt werden. Bisher wurde kein einziges Trümmerteil gesichtet.

Die Maschine der Malaysia Airlines mit der Flugnummer MH 370 war am 8. März auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Menschen an Bord verschwunden. Nach Auswertung von Satellitendaten wird angenommen, dass sie umgekehrt und nach stundenlangem Flug in südwestliche Richtung ins Meer gestürzt ist. Die Blackbox könnte die Frage klären, wie Flug MH 370 so weit vom Kurs abkommen konnte.

SDA/fko

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