Schweizer sitzen in Indonesien auf Vulkan fest

Auf der Insel Lombok löste ein Erdbeben Erdrutsche aus. Touristen wurde der Rückweg von einem aktiven Vulkan versperrt.

Erdbeben und Erdrutsche auf der Insel Lombok Lombok: Was bisher geschah. (Video: Tamedia/Mit Material der AFP)

Nach dem Erdbeben auf der indonesischen Ferieninsel Lombok sitzen mehr als 500 Wanderer auf einem aktiven Vulkan fest. Betroffen seien 560 Touristen und Bergführer, teilte der Chef des Rinjani-Nationalparks mit. Darunter sind auch mehrere aus der Schweiz, wie das EDA auf Anfrage bestätigte.

Die Schweizer Botschaft in Jakarta stehe mit den lokalen Behörden sowie mit mehreren Schweizern in der betroffenen Region in telefonischen Kontakt, heisst es seitens des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten.

Derzeit werde geprüft, ob nach wie vor Schweizer Staatsangehörige blockiert sind und Unterstützung durch Dritte benötigten. Es gebe derzeit keine Hinweise darauf, dass Schweizer Staatsangehörige im Erdbeben zu Schaden gekommen seien, heiss es weiter.

Verschiedene Schweizer Reiseverantalter hätten derzeit Kontakt zu rund 100 Schweizer Touristen, schreibt srf.ch. Bislang habe es keine verletzten Schweizer gegeben, heisst es weiter.

Beliebtes Touristenziel

«560 Menschen sitzen noch immer fest», sagte der Nationalpark-Direktor. «500 befinden sich im Gebiet Segara Anakan und 60 in Batu Ceper.» Ihnen wurde demnach durch Erdrutsche der Weg abgeschnitten. Durch das Beben war tonnenweise Geröll und Schlamm an dem Berg niedergegangen, die Wanderwege wurden nach dem Erdbeben gesperrt.

Helikopter und Rettungsteams zu Fuss wurden entsandt, um die Hänge des Bergs Rinjani abzusuchen. An dem Berg befinden sich zahlreiche Wanderwege, die bei Touristen beliebt sind.

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Das Beben der Stärke 6,4 hatte sich am Sonntag 50 Kilometer nordöstlich von Lomboks Hauptort Mataram ereignet. Mindestens 16 Menschen kamen ums Leben. Nach dem ersten Erdstoss gab es zwei weitere starke Beben sowie mehr als hundert Nachbeben.

Der Thailänder Thanapon Worawutchainan, der im Moment des Hauptbebens am Berggipfel war, veröffentlichte ein Video beim Onlinenetzwerk Facebook, das gen Tal hastende und stolpernde Menschen zeigte.

Ein Landsmann, Funknathee Prapasawat, sagte: «Es sah so aus, als würde der Berg vor mir zusammenbrechen.» Einige Menschen seien von Felsbrocken getroffen worden.

Präsident Joko Widodo besuchte das Katastrophengebiet am Montag und versprach den Betroffenen finanzielle Hilfe. Der Rinjani ist mit 3726 Metern der zweithöchste Vulkan Indonesiens. Seine letzte grössere Eruption ereignete sich im Herbst 2016.

chk/nag/sda/afp

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