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Vier Menschen sterben in Lawine im Wallis

In Bourg-St-Pierre sind beim Niedergang einer Lawine vier französische Touristen ums Leben gekommen. Eine Person wird noch immer vermisst.

Das grösste Lawinenunglück dieses Winters hat am Samstag bei Bourg-St-Pierre im Gebiet des Grossen St. Bernhards vier Todesopfer gefordert. Eine Person wurde am Abend noch vermisst. Die Suchaktion wurde beim Eindunkeln und wegen der Gefahr vor Ort abgebrochen.

Die Lawine war kurz nach Mittag niedergegangen und hatte insgesamt elf französische Tourengänger mitgerissen. Neun der Wintersportler waren auf Schneeschuhen unterwegs, zwei mit Tourenskis, wie die Walliser Polizei und die Rettungskräfte am Samstagabend vor den Medien erklärten.

In die Tiefe gerissen

Die Tourengruppe sei im Dorf Bourg-St-Pierre gestartet und habe sich am Westhang der Croix de la Tsousse auf rund 2000 Metern befunden, als sie von der Lawine in die Tiefe gerissen wurde. Der Lawinenkegel in der Nähe des Strassentunnels beim Grossen St. Bernhard erstreckt sich demnach über eine Länge von 300 Metern und eine Breite von 40 Metern.

Eine Tourengängerin konnte sich selbst befreien und Alarm schlagen. Die Rettungskräfte hatten nach eigenen Angaben zunächst Mühe, die genaue Unglücksstelle zu lokalisieren, da die Frau kaum Ortskenntnisse hatte und unter Schock stand.

Als die Bergretter am Unfallort eintrafen, hatten sich zwei weitere Verunglückte bereits selbst aus den Schneemassen befreien können. Nach und nach wurden in einem Grosseinsatz der Rettungskräfte die Verschütteten geborgen - bis auf die eine vermisste Person.

Unter kompaktem Schnee begraben

Drei der Verschütteten starben bei dem Unglück. Fünf weitere Tourengänger konnte lebend aus der 80cm bis 150cm hohen Schneedecke befreit werden, litten jedoch unter Sauerstoffmangel und waren stark unterkühlt. Eine Person starb später im Universitätsspital in Lausanne.

Fünf Verletzte wurden per Helikopter in die Spitäler von Sitten und Martigny gebracht. Der Zustand einer Person ist weiterhin kritisch. Die Verunfallten waren unter sehr schwerem und kompaktem Schnee begraben. Die Ärzte gehen davon aus, dass die Todesopfer erstickt sind.

Die Gruppe bestand aus erwachsenen französischen Staatsbürgern, alle wohnhaft in der Region Cluses in der Nähe des Wallis. Entgegen ersten Angaben der Behörden war sie nicht in Begleitung eines Bergführers unterwegs. Sie waren jedoch mit Lawinenortungsgeräten ausgerüstet.

Suche bei Nacht zu gefährlich

Es sei alles unternommen worden, um die vermisste Person zu finden, beteuerten die Retter. An dem Einsatz waren zehn Helikopter, drei Ambulanzen, zwanzig Bergführer, acht Lawinenhunde-Führer, acht Ärzte sowie Einsatzkräfte der Walliser Polizei beteiligt.

Gegen 17 Uhr mussten sie die Suche jedoch einstellen - aufgrund der Dämmerung und der Gefahr von Schneebrettern. Wenn es die Bedingungen erlaubten, werde die Suche am Sonntag erneut aufgenommen, erklärten die Rettungskräfte. Allerdings sei bis jetzt noch kein Echo des Lawinensuchgeräts empfangen worden. Und auch die Sondierung sei erfolglos geblieben.

Im Gebiet herrschte eine erhebliche Lawinengefahr der Stufe 3 (auf einer Skala von 5), sagte Robert Bolognesi, Schnee- und Lawinenforscher der Firma Météorisk.

SDA/miw

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