Zyklon Pam bringt Vanuatu Tod und Verwüstung

Mit Windgeschwindigkeiten von über 300 Kilometern pro Stunde hat ein Sturm im südpazifischen Inselstaat Häuser, Regierungsgebäude und Teile des Zentralspitals zerstört. Von über 44 Toten wird berichtet.

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Ein Zyklon der höchsten Kategorie ist mit verheerender Zerstörungskraft über den Inselstaat Vanuatu im Südpazifik gezogen. Das UNO-Büro für Nothilfe (Ocha) zitierte unbestätigte Berichte von mindestens 44 Toten als Folge des Sturms Pam.

Zehntausende Menschen leben direkt in der Schneise von Pam. Meteorologen teilten den Zyklon der gefährlichsten Kategorie 5 zu. Das bedeutet: Die Sturmböen erreichen mehr als 300 Kilometern in der Stunde.

(Video: Youtube/Isso Nihmei)

In der Hauptstadt Port Vila richtete der Sturm verheerende Schäden an. Häuser und Regierungsgebäude seien komplett zerstört, berichtete der Sprecher der Behörde für Katastrophenschutz, Mishaen Lulu Garae, dem neuseeländischen Rundfunk.

Auch ein Teil des Zentralspitals sei zerstört worden. Nach seinen Angaben gibt es keinen Kontakt zu vielen Inseln. Deshalb sei es unmöglich, die Schäden und Opferzahlen einzuschätzen. Das UNO-Büro für Nothilfe sprach von unbestätigten Berichten über 44 Tote.

Die Hauptinsel mit der Hauptstadt Port Vila hat 65'000 Einwohner. Der Zyklon zog anschliessend Richtung Süden. Auf den dortigen Inseln leben nach UNO-Angaben weitere 32'000 Menschen. Viele leben im armen Land in einfachen Hütten. Tausende waren nach Angaben von Hilfsorganisationen in solider gebaute Schulen und Kirchen geflüchtet.

Australische Fernsehsender zeigten erste Videos, die nach ihren Angaben aus der Region stammten. Auf den Bildern waren mächtige Wellen, die über Uferpromenaden schwappten, entwurzelte Bäume und umgeknickte Strommasten zu sehen.

Ausmass der Schäden unklar

«Der Wind war furchteinflössend», twitterte Chloe Morrison von der Hilfsorganisation World Vision. «Die Bäume biegen sich gefährlich, ein verbogenes Stück Blechdach ist gerade vor unserem Fenster heruntergekracht.»

Das Telekommunikationsnetz brach nach Angaben des Roten Kreuzes zusammen. Das genaue Ausmass der Schäden war daher zunächst unklar. Zuletzt waren bei Zyklon Lusi, einem Kategorie-2-Sturm, im März 2014 auf Vanuatu zehn Menschen ums Leben gekommen.

Vanuatus Präsident Baldwin Lonsdale nahm in Japan an der UNO-Konferenz zur Katastrophenvorsorge teil. UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon versprach dem Land bei einem Gespräch mit Lonsdale Hilfe. Seine Gedanken seien bei den Einwohnern.

Überschwemmungen befürchtet

Auf Vanuatu warnte die lokale Meteorologiebehörde vor «höchst zerstörerischen Winden» und heftigen Sturmfluten. «Verheerender Regen, Überschwemmungen, Sturzfluten sind in niedrig gelegenen Gebieten und entlang von Flüssen zu erwarten», teilte sie mit.

Der Inselstaat liegt rund drei Flugstunden nordöstlich von Brisbane an der australischen Ostküste. Auf rund 80 Inseln lebt etwa eine Viertelmillion Menschen. Anders als andere Pazifiknationen hat Vanuatu Berge und Hochplateaus. Ein Drittel des Landes liegt mehr als 300 Meter hoch. Die meisten Menschen wohnen aber an den Küsten.

Im November 2013 war Taifun Haiyan vom Pazifik über die Philippinen hereingebrochen. Es kamen mehr als 7000 Menschen um. Haiyan war der bislang stärkste Taifun, der je an Land gekommen ist.

chk/sda

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