Seilspringen auf hohem Niveau

Steffisburg

In einem Monat geht in Steffisburg die Rope-Skipping-Schweizer-Meisterschaft Team über die Bühne. Aus der Randsportart könnte in der Region wieder ein Trend werden.

Katja Kaderli, Sandra Meier und Jessica Lehmann (v.l.) springen «Double Dutch».

Katja Kaderli, Sandra Meier und Jessica Lehmann (v.l.) springen «Double Dutch».

(Bild: Irina Eftimie)

Vor etwas mehr als 20 Jahren machten drei Männer aus dem Steffisburger Sportverein Satus eine Reise nach Deutschland, und was sie dort fanden, begeisterte sie so sehr, dass sie ihre Entdeckung gleich nach Steffisburg brachten: Die drei Männer hatten auf ihrer Reise nämlich den Rope-Skipping-Verein Rusty Jumpers kennen gelernt und wollten nun auch in Steffisburg das Seilspringen zur Trendsportart machen.

«Mein Vater hat die neu gegründete Riege sofort ausprobiert, wodurch es mich natürlich auch gleich gepackt hat», sagt Katja Kaderli, die mit 12 Jahren angefangen hat, im Verein, der heute 70 Mitglieder zählt, seilzuspringen. Gemeinsam mit ihrer ehemaligen Nachbarin Sandra Meier leitet sie das Training des Rope-Skipping-Vereins Jump Rope Steffisburg; am 10. November wird der Verein die Schweizer Meisterschaft im Rope Skipping durchführen.

Viele Regeln

Obwohl Seilspringen eher mit Aufwärmübungen oder mit der Pausenbeschäftigung von Schulkindern in Verbindung gebracht wird, geht es bei dem Sport um viel mehr. «Es gibt extrem viele Regeln, und jeder Trick hat sein eigenes Level», erklärt Sandra Meier. An der Meisterschaft starten die Vereine entweder in der Kategorie Erso (European Rope Skipping Organisation) oder in der etwas freieren Kategorie Show. «Die Teams mit vier bis sechs Personen nehmen an zwei verschiedenen Speed-Wettbewerben teil, bei denen es darum geht, so schnell wie möglich zu springen», sagt Meier. «Dann gibt es noch Freestyle-Küren, die komplett synchron sein müssen. In der Show-Kategorie haben die Teams etwas mehr Zeit. Es geht hier vor allem darum, eine Show zu bieten und das Publikum mitzureissen. Viele Gruppen bestimmen dafür auch ein Motto und wählen dazu passende Kostüme und Musik.»

Insgesamt 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden im November an der Schweizer Meisterschaft teilnehmen. «Solche Wettkämpfe lösen in den Veranstaltungsorten immer wieder regelrechte Rope-Skipping-Booms aus», sagt Katja Kaderli. «Wir hoffen, dass das auch hier in der Region passieren wird.»

Rope Skipping ist laut den beiden Frauen so beliebt, weil das Seilspringen mit gymnastischen bis akrobatischen Elementen verbunden wird, viel Körperbeherrschung gebraucht wird und bei der Choreografie der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind. «Es ist ein Sport, mit dem man am besten schon früh beginnt, weil sich der Körper so an die Bewegungsabläufe gewöhnen kann», sagt Sandra Meier.

Katja Kaderli ergänzt: «Ich merke immer wieder, wenn ich einem Kind einen neuen Trick zeigen möchte, wie viel Konzentration und Körperbeherrschung erforderlich ist. Ausserdem braucht es ab 20 Jahren viel mehr Aufwand, um auf einem hohen Level zu bleiben. Wir sind mit unseren 32 Jahren die Ältesten, die an der Meisterschaft teilnehmen.»

Ende Jahr ist Schluss

Nach so viel Zeit als Trainerinnen haben die beiden deswegen auch beschlossen, ihre Funktion nur noch bis Ende Jahr auszuüben. «Es ist sehr emotional, aber es ist gut, wenn wir das Training an eine jüngere Generation weitergeben. Es tut dem Verein gut, wenn wieder jemand mit neuem Elan an die Sache herangeht. Wir werden natürlich weiter dabei sein, uns aber auch vermehrt bei Rope Skipping Swiss engagieren und versuchen, den Sport in der Schweiz weiterzuentwickeln.»

Die fünfte Rope-Skipping-Schweizer-Meisterschaft findet am 10. November in der Musterplatz-Turnhalle in Steffisburg statt. Der Eintritt ist frei. Das Programm beginnt um 9.30 Uhr mit dem Einmarsch und dem Vorstellen der Vereine und endet um 16.45 Uhr mit der Rangverkündigung.
www.jumpropesteffisburg.ch
www.ropeskippingswiss.ch

Thuner Tagblatt

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