Thun

Zurück in neuer Unabhängigkeit

ThunAm nächsten Samstag spielen am Honk Tonk Festival 17 Bands in ebenso vielen Lokalen in 4 Stunden 68 Konzerte. Besonders erfreulich: die meisten kommen aus der Region.

Red Shoes spielen im Rahmen des Honky Tonk im Mokka.

Red Shoes spielen im Rahmen des Honky Tonk im Mokka. Bild: Manuel Lopez

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Thun hat – allen Unkenrufen zum Trotz – eine lebendige Beizenszene, und Thun hat – in mannigfaltiger Weise – Talent. Das freilich ist nicht neu, befruchtet sich am nächsten Samstagabend aber gegenseitig.

Nach acht Jahren Pause steht die ganze Thuner Innenstadt wieder im Zeichen des Honky Tonk Festival. «Ich habe den Anlass als erfolgreiche Eventreihe in Erinnerung», sagt Reto Kupferschmied, Betreiber der Kulturbar Mundwerk in der Oberen Hauptgasse und Initiant der Honky-Tonk-Neuauflage.

2009 war nach der neunten Austragung damals Schluss, seither habe er sich lange gefragt, warum. Die Frage ist einfach beantwortet: Die erste Honky-Tonk-Reihe war primär ein Marketingvehikel eines grossen Bierherstellers und fand in mehreren Schweizer Städten statt. Als dieser den Stecker zog, war das Festival am Ende.

Offene Türen überall

Mit Nando Fend fand Kupferschmied nun jemanden, der bereit war, mit ihm das Honky Tonk Festival in Thun neu zu beleben. «Mir war immer klar, dass das allein nicht geht», sagt Kupferschmied, und Fend fügt an: «Als die ersten Festivals stattfanden, war ich noch zu jung, um hinzugehen. Aber ich hatte viel gehört und nur Gutes.»

Als sich die beiden auf die Suche nach interessierten Lokalbetreibern machten, stiessen sie weitum auf offene Ohren und Türen, sodass aus der ursprünglichen Idee, «ein paar Beizen machen was zusammen», ein Event wurde, der in der ganzen Thuner Innenstadt stattfindet – und sogar im Mokka, wo Pädu Anliker noch vor seinem Tod seine Teilnahme zusagte, obschon er ursprünglich hatte verlauten lassen: «Beim Namen Honky Tonk zieht sich mir innerlich alles zusammen ... ich war damals, als dieser Spuk vorbei war, sehr erleichtert.» – «Es hat eine gewisse Hartnäckigkeit gebraucht», sagt Nando Fend, «aber am Ende hat er aus Überzeugung zugesagt.»

Die meisten Bands von hier

So spielen am Samstag in 17 Thuner Clubs, Bars und Hotels 17 Bands, die meisten aus der Region – «weil wir einfach unglaublich viele unglaublich gute Bands haben», so Fend – einige aus dem Ausland und mit Rykka sogar einen Star mit Eurovision-Song-Contest-Erfahrung. Das breite Angebot der Musikstile reicht von Gipsy, Folk, Pop, Rock und Country über Blues und Funk bis hin zu Reggae und Lounge-Jazz.

Ziel: 2000 verkaufte Bändel

Die Kernidee des Kneipenfestivals ist, dass die Besucher in der Stadt zirkulieren und so Konzerte am gleichen Abend sehen können. Kosten tut der Spass für alle Konzerte und Partys einmalig 20 Franken im Vorverkauf oder 25 Franken an der Abendkasse (s. unten). Laut Reto Kupferschmied sollte das OK, das von Hansueli Iseli als Technikchef und Grafikerin Vera Vuille komplettiert wird, 2000 Eintrittsbändel absetzen können.

«Zusammen mit den Beiträgen, welche die teilnehmenden Beizen beisteuern, könnten wir so die Auslagen für Gagen, Promotion und Technik decken», sagt Kupferschmied. Und was, wenn die Rechnung nicht aufgeht? «Dann müssen wir das Festival nächstes Jahr noch einmal erfolgreich durchführen können, um die Schulden zu zahlen», sagt er und lacht.

17 Bands spielen 68 Konzerte in 4 Stunden

Insgesamt treten am Honky Tonk Festival 17 Bands in ebenso vielen Lokalen auf; jede spielt vier Sets à 45 Minuten. Wer wo was spielt im Überblick:

Zapjevala im Hotel Emmental: Gipsy, Chanson/Balkan
Ocean Orchestra in der Anthra Bar & Lounge: Coverband
Marco Marchi im Red Ox: Blues, Folk
Menic in der Schlossbergbar: Blues, Folk
Rykka & Timothy Jaromir in der Metzgern: Folk, Pop
Hazzard im Ratsstübli: Southern Rock, Country Rock
Brassdragon in der Atelier Classic Bar Lounge: Jazz
Trummer im Rathaus: Mundartpop, Rock
Tobey Lucas im Alten Keller-Theater: Country, Folk, Blues
Infinite Hills in der Kulturbar Mundwerk: Indie, Pop
Skinny Jim Tennessee in der Schmiedstube: Rock ’n’ Roll
The Groovedudes im AEK Caffè: Funk, Groove
Red Shoes im Mokka: Partymusik, Rock, Pop
3 Elements in der Turm- Snack-Bar: Kick Ass Music
Chubby Buddy im Genuss am Fluss: Roots Blues
Major B. in der Café-Bar El Camino: Reggae, Funk, Pop
Another Me in der Café-Bar Alte Oele: Akustikpop.

Ab Mitternacht finden anschliessend in acht Lokalen After-Hour-Partys mit DJs statt. Türöffnung ist in allen Lokalen um 19.30 Uhr, die Konzerte beginnen jeweils um 20, 21, 22 und 23 Uhr und dauern 45 Minuten.

Im Vorverkauf gibts in allen teilnehmenden Lokalen sowie im Zig Zag Tickets für 20 Franken; an der Abendkasse kosten die Eintritte dann 25 Franken.

(Thuner Tagblatt)

Erstellt: 29.11.2016, 20:16 Uhr

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