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Apéro in der Villa Campari

Als Ende Juli in Rom der Teufel los war und Silvio Berlusconis Regierung ins Wanken geriet, zog der Premier die Notbremse: Zum Wohl des Landes verzichte er im August auf die Ferien und gehe nicht nach Sardinien. Als temporäre Sommerarbeitsresidenz mietete er das Schloss Tor Crescenza ganz in der Nähe der Hauptstadt. Nicht nur die Regierungskrise, auch seine skandalträchtigen Frauengeschichten und die sich noch immer hinziehende Scheidung von Veronica Lario hatten ihm die Freude auf Erholung in der Villa Certosa gehörig vergällt. Doch so ganz stimmt das mit dem neuen Arbeitsethos nicht. Denn Berlusconi ist nicht in Rom, er arbeitet und erholt sich in einer Villa auf der italienischen Seite des Lago Maggiore. Die Residenz in Lesa hat er gekauft, sie hat dreissig Zimmer, einen grossen Park mit Statuen, und der Rasen sei «besser gestutzt als ein Golfplatz», wie eine Zeitung schreibt. Dort hat er am Mittwoch eine Delegation der Lega Nord um Umberto Bossi zum Krisentreffen empfangen. Die Villa sei Berlusconis «Camp David», seine neue Kommandozentrale, war danach zu lesen. Bereits sind aber in der Regenbogenzeitschrift «Oggi» auch Fotos von «mysteriösen Damen» erschienen, die einem Helikopter vor der Villa entsteigen. Eine davon hätte sich, schreibt «Oggi», mit Kapuze und Sonnenbrille zu verbergen versucht. Sie habe eben starke Zahnschmerzen gehabt, scherzte Berlusconi auf die entsprechende Frage in alter Frische. Gekommen seien die jungen Frauen zu einer Arbeitssitzung. Der 73-jährige Berlusconi hat eine Schwäche für junge Frauen und für schöne Herrschaftssitze. Seine neuste Eroberung heisst Villa Campari, sie gehörte früher dem Hersteller des gleichnamigen Bitterlikörs. Sonst hat der italienische Premier mit Rot überhaupt nichts am Hut. Andreas Saurer>

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