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Taxiräuber überführt

Langeweile trieb drei Männer zu einem Überfall auf einen Taxifahrer. Zwei der

Mehr als fünf Jahre ist es her, seit drei junge Männer einen Taxifahrer in der Nacht an die Merkurstrasse in Steffisburg bestellt hatten, um ihn dann zu überfallen. Gestern hatten sich nun zwei vor dem Kreisgericht Thun zu verantworten. Der dritte im Bunde war zur Tatzeit noch minderjährig. Der Jugendrichter hat ihn zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bedingt verdonnert. Dass der Fall nach so langer Zeit doch noch aufgeklärt werden konnte, ist Kommissar Zufall zu verdanken. So wurde einem der Räuber dank DNA-Spuren die Brille zugeordnet, welche die Ermittler nach der Tat sicherstellten. Aus Langeweile und Geldnot Auf die Frage des Gerichtspräsidenten Jürg Santschi, wieso er den Taxifahrer überfallen habe, sagte einer der angeschuldigten Männer: «Aus Langeweile und Dummheit.» Zudem sei er damals – im September 2004 – arbeitslos und notorisch in Geldnot gewesen. Der Entschluss zum Überfall sei rasch gefasst gewesen. Den Anruf tätigte schliesslich der älteste der drei Halunken – er war zur Tatzeit 18-jährig. Er war den anderen beiden, die den Plan gefasst hatten, zufällig begegnet. Als das Taxi eintraf, ging alles sehr schnell. Während einer das Ganze beobachtete setzte sich einer der Räuber auf den Beifahrer-, der andere auf den Rücksitz. Dieser hielt den Taxifahrer dann von hinten fest, während sein Komplize versuchte, das Portemonnaie des Taxifahrers zu behändigen. Doch der Mann liess sein Taxi in ein parkiertes Auto rollen. Obwohl ihn einer der Angreifer mit Faustschlägen und Fusstritten traktierte, konnte er hupen. Das war für die jugendlichen Räuber zu viel. Sie suchten ohne Beute das Weite. «Sie haben sich stümperhaft angestellt», sagte einer der Verteidiger. Schliesslich hätten sie beim Raub mehr zurückgelassen als mitgenommen. Der Fürsprecher sprach damit die Brille eines Angreifers an, die zur Aufklärung des Falles führte. Knifflige Beurteilung Obwohl der Sachverhalt klar war und von den Angeklagten nicht bestritten wurde, hatte das Kreisgericht einige knifflige Fragen zu beantworten. So waren beide Männer zum Beispiel wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz vorbestraft – einer war zudem trotz Ausweisentzug mehrfach mit dem Auto unterwegs, davon mindestens einmal unter Drogeneinfluss. Das war dem Gericht zu viel. Es widerrief eine bedingt ausgesprochene Strafe. Der Mann wurde deshalb zu einer Geldstrafe von 210 Tagessätzen à 40 Franken (8400 Franken) verurteilt. Die Hälfte davon muss er bezahlen, die andere Hälfte der Strafe wurde bedingt ausgesprochen. Zudem wurden ihm eine Busse von 400 Franken und die Verfahrenskosten aufgebrummt. Der zweite Räuber wurde unter anderem wegen Gehilfenschaft zum Raub zu einer bedingten Geldstrafe von 250 Tagessätzen à 110 Franken (27500 Franken) verurteilt. Bezahlen muss er hingegen zwei Bussen in der Höhe von gesamthaft 2200 Franken. Roger Probst >

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