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Bergbahnen Meiringen- Hasliberg sind zahlungsunfähig

OberhasliDer Verwaltungsrat der Bergbahnen Meiringen-Hasliberg AG (BMH) ersucht um eine Nachlassstundung. Das Unternehmen bezahlt keine Rechnungen mehr, und das Personal muss mit Kündigungen rechnen. Betroffen sind auch die Gemeinden.

Noch am Mittwoch hatte der BMH-Verwaltungsrats-Vize Gianni Biasiutti erklärt, eine Nachlassstundung sei nur eine mögliche Lösung. Gestern wurde er nun konkreter: «Der Verwaltungsrat hat entschieden, das Gesuch um Nachlassstundung beim zuständigen Richter einzureichen.» Vor diesem Entscheid hätten sich die Verantwortlichen der BMH mit den Gläubigern und den grössten Aktionären abgesprochen. Dazu gehören laut Gianni Biasiutti verschiedene Banken und Unternehmen. Der Bahnbetrieb soll aufrechterhalten werden. Der Verwaltungsrat erklärt: «Die Massnahmen müssen so weit gehen, dass eine stabile Unternehmung entstehen kann. Dabei ist davon auszugehen, dass die Gläubiger auf einen grossen Teil ihrer Forderungen verzichten müssen.» Das Gesuch um Nachlassstundung muss durch den Nachlassrichter bewilligt werden. Nach dieser Bewilligung hat die BMH Gläubigerschutz. Das heisst, sie kann vorerst für ausstehende Forderungen nicht betrieben werden. Das Unternehmen erklärt: «Die BMH ist der Gleichbehandlung aller Gläubiger verpflichtet.» Deshalb dürften derzeit keine Rechnungen bezahlt werden. Damit der Nachlassvertrag bestätigt werden kann, ist die Zustimmung einer bestimmten Anzahl von Gläubigern notwendig, die eine bestimmte Forderungssumme vertreten. Wenn dies gelingt, kann der Konkurs abgewendet werden. Eine Voraussetzung der Gewährung der Nachlassstundung ist auch, dass das Unternehmen einen Gewinn erzielt. Damit das gelingt, sind einschneidende Massnahmen notwendig. Der Verwaltungsrat teilt mit, dass er für den Sommer eine Einschränkung der Betriebszeiten sowie einen Personalabbau beschlossen hat. Hans Jakob Walther, Gemeindepräsident von Meiringen, fordert: «Der Betrieb muss weitergehen und die Sanierung rasch angegangen werden. Zudem verlangen wir vom Verwaltungsrat Transparenz.» Die BMH müsste Meiringen noch 1,5 Millionen Franken eines Darlehens zurückzahlen. Weil die Summe laut Walther die Kompetenz des Gemeinderates überschreitet, müsste ein Verlust vor das Volk. Stark trifft es Hasliberg, die Sitzgemeinde der AG. Wie Gemeindeschreiber Menk Blatter bestätigt, handelt es sich um 580000 Franken, die von einem Darlehen noch offen sind. Zudem hat Hasliberg ein Aktienkapital von 1,2 Millionen, davon sind 210000 Franken noch nicht abgeschrieben. Daniel Wüthrich vom beco erklärt, dass Bund und Kanton zusammen ein Darlehen von je 2,5 Millionen Franken offen haben. «Wir warten gespannt auf weitere Zahlen, um die Lage einschätzen zu können», erklärt er. Wüthrich ist aber zuversichtlich, dass ein Nachlassvertrag zustande kommen wird. Susanna Michel>

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